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Die Hasenbergbrücke ist sicher

Die Hasenbergbrücke ist sicher

Die Hasenbergbrücke bei Knorscheid ist baufällig. So hieß es in den Vorlagen, die der Lebacher Rat erhielt. Nun behauptet ein Brückenexperte das Gegenteil. Das fast 100 Jahre alte Bauwerk sei in einem guten Zustand.

Der Bau des umstrittenen Radweges bei Knorscheid wirft weitere Fragen auf. Noch vor der Sommerpause hieß es im Lebacher Stadtrat, dass alles soweit in trockenen Tüchern sei (wir berichteten). Mit dem Bau könne Ende Oktober/Anfang November begonnen werden. Somit wäre auch gewährleistet, dass alle Arbeiten bis Ende 2014 abgeschlossen seien. Denn nur dann gibt es den Zuschuss aus EU-Mitteln. Bürgermeister Klauspeter Brill betonte in der Juli-Sitzung, dass es keine Probleme mit den noch zu erwerbenden Grundstücken geben werde.

Dem ist aber nicht so. Der Radweg sollte im Bereich der Hasenbergbrücke über ein Grundstück einer Erbengemeinschaft geführt werden. Das Land wird seit ungefähr 20 Jahren von einem Mitglied der Erbengemeinschaft bewirtschaftet. Dieses behauptet, dass es mit der Stadt mündlich einen Pachtvertrag abgeschlossen habe. Die Stadt hält dagegen, dass dies nur ein Leihverhältnis sei.

Ein Leihverhältnis könne jederzeit gekündigt werden, ein Pachtvertrag dagegen kann Kündigungsfristen von bis zu zwei Jahren haben, erklärte dazu der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Fries bei einem Ortstermin. Vor Ort machten sich Mitglieder der CDU- und SPD-Fraktion am Mittwochabend ein Bild über den Stand der Arbeiten. Beide Fraktionssprecher machten deutlich, dass es nicht im Sinne des Rates sei, gerichtlich vorzugehen. Zumal sich in den vergangenen Tagen Neues ergeben habe.

Knorscheids Ortsvorsteher Paul Brück hatte einen Brückenexperten gebeten, das Bauwerk unter die Lupe zu nehmen. Der Fachmann sei der Meinung, dass die Brücke "stand- und verkehrssicher ist", erklärte Anna Schmidt (SPD ). Brück habe die beiden Fraktionsvorsitzenden in einem Gespräch darüber informiert.

2006 ist die Hasenbergbrücke zum letzten Mal getestet worden. Danach hieß es in dem Bewertungsschlüssel, dass die Brücke sicher sei, lediglich kleinere Sanierungsmaßnahmen seien notwendig. Wer die Brücke als baufällig eingestuft habe, wisse der Experte nicht, auch nicht wie sich der Sanierungsbetrag von 250 000 Euro zusammensetze.

Die Fraktionen bedauern, dass der Rat nicht richtig informiert war. Der Radweg könne dennoch gebaut werden. Nach diesen neuen Erkenntnissen muss dann die Brücke nicht abgerissen, der bahngleiche Überweg nicht gebaut und das Grundstück der Erbengemeinschaft nicht gekauft werden. Nach so vielen Querelen um den Radweg könnte einem das Radfahren fast verleidet werden. Eine baufällige Brücke, die es dann doch nicht ist, oder? Solche Fehlinformationen darf es nicht geben. Da muss die Verwaltung ihre Arbeitsweise überdenken. Gut möglich, dass diese falsche Bewertung schon Jahre zurückliegt. Doch bei solch umstrittenen Bauvorhaben sollte im Vorfeld alles geklärt sein. Das betrifft auch die Grundstücksangelegenheiten. Das Klima mit der Erbengemeinschaft dürfte nun mehr als gestört sein. Auch wird die Zeit knapp, der Radweg muss dieses Jahr fertig sein, sonst stehen Stadtrat und Verwaltung, um es gelinde auszudrücken, dumm da, nach dem Motto: Die können's nicht.