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Die evangelische Kirche in Lebach widmete den Gottesdienst Asterix und Obelix

Kostenpflichtiger Inhalt: Kirchenbesuch : Lebensweisheiten der Gallier in der Kirche

Asterix und Obelix standen im Mittelpunkt der Liturgie eines Gottesdienstes in der evangelischen Kirche in Lebach.

Teilnahme nur nach Voranmeldung, begrenzte Plätze, dazu auch kein Gesang und beim gemeinsamen Gebet den Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen – all’ diese Hürden gilt es aktuell beim Besuch eines Gottesdienstes zu überwinden.

In der evangelischen Kirche in Lebach, erklärt Pfarrerin Andrea Sattler, zählte sie in Zeiten vor der Corona-Pandemie durchschnittlich rund 60 Gottesdienstbesucher, aktuell seien gerade mal die Hälfte erlaubt. Während zu den „normalen“ Gottesdiensten diese Plätze ausreichen, musste die Gemeinde kürzlich zu ihrem Motto-Gottesdienst „Ein kleines gallisches Dorf“ etlichen Gläubigen absagen. Das sei schade, gehe aber nicht anders, die Verordnung sehe das so vor, betonte Pfarrerin Sattler.

Die Gottesdienstbesucher, die sich rechtzeitig angemeldet hatten, durften sich über allerlei Lebensweisheiten der Gallier freuen. Sattler hatte den Gottesdienst am Sonntagabend zwei besonderen Galliern – Asterix und Obelix – gewidmet. Die flimmerten über die Kirchenwand und sorgten für zahlreiches Schmunzeln. Einmal im Monat, sagte Sattler, stelle sie die Liturgie unter ein besonderes Motto. Inspirieren lässt sie sich dabei durch viele Themengebiete. „Ich bin bei meinen Recherchen auf das Gallische Dorf gestoßen und habe mir meine ganz eigenen Gedanken dazu gemacht“, erzählte sie.

Herausgekommen ist ein Gottesdienst, der zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregte. Vor allem das Lachen, erklärte die Geistliche, sorge dafür, dass man Distanz zu den Sorgen aufbauen könne.

Statt mit Orgelklängen wurden die Gottesdienstbesucher in Lebach mit kraftvollen Trommelwirbeln begrüßt. Unter der Leitung von Susanne Marzen unterstrichen die Damen der Trommelgruppe Kanimambo die positive und durchweg optimistische Einstellung, die die Gallier auszeichnet. Sattler nahm die Besucher mit in das Jahr 50 vor Christus, als Gallien von den Römern besetzt war.

 Um Asterix (Foto) und Obelix ging es in der evangelischen Kirche.
Um Asterix (Foto) und Obelix ging es in der evangelischen Kirche. Foto: picture-alliance / dpa/gms/dpa Picture-Alliance

Nicht ganz Gallien – denn ein Dorf, erzählte sie aus der bekannten Geschichte, leistete Widerstand. Dass es dabei weniger um Gewalt, sondern vielmehr um die positiven Kräfte in jedem Einzelnen ging, stellte die Pfarrerin in den Mittelpunkt ihrer Liturgie. „Das gallische Dorf ist für mich das Symbol einer ganz besonderen Form von Gelassenheit, hier haben die Menschen ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Regeln, stehen mit Gelassenheit und Lebenslust der Aggressivität der vermeintlichen Eroberer entgegen.“ Die Macht der Feinde zu brechen, darum, so erläuterte sie, gehe es in zahlreichen Comics – ein wichtiges Stilmittel dabei: die Namen der Akteure. Das, betonte sie, sei auch in der Bibel nicht anders. Zum Abschluss hatte sie ein gemeinsames Gebet vorbereitet. Hier kam Hanns Dieter Hüsch zu Wort. „Was macht, dass ich so unbeschwert, und mich kein Trübsal hält, weil mich mein Gott das Lachen lehrt, wohl über alle Welt.“