| 20:25 Uhr

friedhof
Die Bestattungskultur ist im Umbruch

Auch auf dem Friedhof in Gresaubach steht eine kostengünstige Urnengemeinschaftsanlage.
Auch auf dem Friedhof in Gresaubach steht eine kostengünstige Urnengemeinschaftsanlage. FOTO: Kiefer / kiefer
Lebach. In der Stadt Lebach gehört zum neuen Friedhofsentwicklungskonzept eine kostengünstige Urnengemeinschaftsanlage. Von Monika Kühn

Die Stadt Lebach entwickelt ein neues Friedhofskonzept. die Bestattungsformen haben sich auch in Lebach geändert. Immer mehr gibt es Urnenbeisetzungen. Auf allen Friedhöfen wurden vor Jahren Urnenwände errichtet, teilweise erweitert. Diese Urnenwände sind im Bau sehr teuer. Um aber weiterhin eine kostengünstigere Bestattungsform anbieten zu können, wurden auf den Friedhöfen in Falscheid und Gresaubach Urnengemenschaftsanlagen errichtet, da die Urnenwände dort belegt sind. In diesen Feldern können mindestens 20 Urnen beigesetzt werden Die Namen der Toten kommen auf eine Stele. In der Stadtratssitzung legte Bürgermeister Klauspeter Brill den aktuellen Stand der Umsetzung des Friedhofsentwicklungskonzeptes vor, zu dem auch die zehn Leichenhallen gehören.



Gleich zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes riet Fred Metschberger (FDP) davon ab, das Modell in Gresaubach auf die übrigen Friedhöfe zu übertragen. Der Gresaubacher Ortsvorsteher gab den Ärger und den Unmut der Bevölkerung weiter, dass die Stele dort immer noch defekt sei, das Grabfeld durch Eigeninitiative in einen ordentlichen Zustand gebracht werden musste. „Dieser Fehler darf nicht mehr passieren.“ Brill erklärte dazu, dass in Gresaubach viele unglückliche Zufälle zusammengekommen seien, er will ein Auge darauf halten. Jörg Wilbois sprach sich im Namen des Steinbacher Ortsrates für ein Urnenbaumfeld aus. „Nicht auf allen Friedhöfen können alle Bestattungsarten vorgehalten werden, betonte Brill. Auch die zehn Leichenhallen müssen auf den Prüfstand. Vor allem bei der Leichenhalle in Landsweiler muss etwas passieren. Auch müsse überlegt werden, da waren sich alle Ratsmitglieder einig, dass es eine Verabschiedungsmöglichkeit geben müsse. Es müssten ja nicht alle Leichenhallen weiterhin mit Kühlkammern ausgestattet sein.

Rainer Fries sprach sich seitens der CDU-Fraktion für eine zügige und dynamische Umsetzung aus. Anna Schmidt (SPD) schlug vor, dass der zuständige Ausschuss den Waldfriedhof in Burbach besucht und sich vor Ort ein Bild mache. Bis zur Märzsitzung müsste dann vieles geklärt sein. Eine Machbarkeitsstudie soll auch bis dahin erstellt sein. Auch die Kosten sollten ermittelt werden, was den Sanierungsstau der Leichenhallen betreffe. Bernd Bender vom Friedhofsamt hatte für die Verwaltung einen Vorschlag zum Friedhofsentwicklungskonzept erarbeitet. Dieses sieht vor, dass nur in Lebach ein Memoriam-Garten gebaut werde. Der Stadt entstehen keine Kosten, sie muss nur den Platz stellen. Eine eigene Urnengemeinschaftsanlage braucht Lebach selbst nicht, da in diesem Memoriam-Garten ein größerer Platz für diese Bestattungsform vorgesehen sei.

Handlungsbedarf zum Bau von Urnengemeinschaftsanlagen gebe es bis spätestens 2019 in Aschbach, Dörsdorf, Landsweiler und Thal­exweiler. Da die Leichenhallen sich aufgrund des Investitionsstaus in einem schlechten Zustand befinden, schlägt der Entwurf vor, nur noch in drei Zonen drei voll ausgestattete Leichenhallen vorzuhalten. In Landsweiler bestehe akuter Handlungsbedarf. Die Machbarkeitsstudie soll die Optionen aufzeigen.

In einer so genannten Zirkelform wurde die Urnengemeinschaftsanlage in Falscheid angelegt.
In einer so genannten Zirkelform wurde die Urnengemeinschaftsanlage in Falscheid angelegt. FOTO: Kiefer / kiefer