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Diabetes-Kinder bleiben im Saarland nicht allein

Diabetes-Kinder bleiben im Saarland nicht allein

Homburg/Lebach. "Als die Diagnose kam, bin ich in ein tiefes Loch gefallen." Elisabeth Hoff aus Lebach war am Boden zerstört, als sie und ihre Familie vor fünf Jahren erfuhren, dass Anna-Lena(14) Diabetes hat. Die Mutter dreier Kinder gehört von Anfang an der Selbsthilfegruppe Diabetisches Kind an. Nicht anders erging es Sibylle Ziegler, ebenfalls aus Lebach

Homburg/Lebach. "Als die Diagnose kam, bin ich in ein tiefes Loch gefallen." Elisabeth Hoff aus Lebach war am Boden zerstört, als sie und ihre Familie vor fünf Jahren erfuhren, dass Anna-Lena(14) Diabetes hat. Die Mutter dreier Kinder gehört von Anfang an der Selbsthilfegruppe Diabetisches Kind an. Nicht anders erging es Sibylle Ziegler, ebenfalls aus Lebach. Auch ihr Sohn (11) ist zuckerkrank und leidet seit sieben Jahren an Diabetes 1. Die Mädchen und Jungs sind ein Leben lang auf Insulin angewiesen.Sibylle Ziegler hat sich von Beginn an intensiv mit der Krankheit auseinander gesetzt, hat im Internet recherchiert und so von einer Selbsthilfegruppe im Allgäu erfahren. Dort hat sie an einem Treffen teilgenommen und ist mit der Idee nach Hause gekommen: "Das müsste es auch bei uns geben." Über die Kinderklinik und auch das Internet haben sich dann die Familien kennen gelernt.Gruppe soll Verein werdenZurzeit arbeitet die Gruppe daran, einen Verein zu gründen. Denn im Moment muss sie sich noch selbst tragen. Räume werden den Teilnehmern aber kostenlos von der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt. Ein wichtiges Thema ist Insulin. Jürgen Weigt aus Saarbrücken, der mit Tochter Anna-Lena (7) das Treffen besucht, ist äußerst aufgebracht. Klar ist, Menschen, die Diabetes haben, brauchen Insulin. Seine Tochter nimmt das schnell wirkende Mittel, das allerdings pro Tag 30 Cent teurer ist als das langsam wirkende. Nun liefen Bestrebungen, in den meisten Fällen das günstigere, aber auch langsamer wirkende Mittel zu verschreiben. "Wir würden den Aufpreis auch bezahlen", sagt Weigt, "aber das ist nicht möglich". Die Eltern müssten entweder das langsam wirkende Insulin nehmen, oder das schnell wirkende komplett selbst bezahlen, erklärt Weigt. Doch das allein sei nicht das Problem. Nimmt ein Kind etwa das langsam wirkende Insulin, muss es eine halbe Stunde vorher wissen, ob es einen Apfel essen will, bei dem schnell wirkenden kann es dies sofort tun. "Das ist ein Stück Lebensqualität." Lisa-Marie (14) kommt aus Eiweiler. "Die Klassenkameraden passen auf mich auf, und der Lehrer weiß Bescheid", erklärt der Teenager. Mit ihrer Krankheit geht auch Anna-Lena (14) aus Lebach normal um. Die Freundinnen wissen, dass sie Diabetes hat und nehmen Rücksicht. Beim Essen sei es aber manchmal schwierig. Neue FreundschaftenSebastian (11) aus Wahlen hat in Lebach neue Freunde gefunden, aber auch sonst geht er ganz normal mit der Krankheit um. Bei Nico (11) aus Lebach achtet die Mama immer noch darauf, wie viel er spritzen muss. "Ich kann es aber auch allein." Selbst Nils mit seinen fünf Jahren kann sich alleine den Blutzucker messen, die Mama spritzt. Was er essen darf, weiß er auch, und manchmal trinkt er eine Cola light, gibt er zu. Die Eltern sind froh, dass ihre Kinder versuchen, unkompliziert mit der Krankheit umzugehen. Für Beate Bethge aus Schwarzenholz und ihren Sohn Martin (13) sind die Treffen der Gruppe wichtig: "Die Kinder sind nicht allein mit ihrer Krankheit." kü