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Deutscher Volleyball-Verband bricht Drittliga-Saison ab

Volleyball : Traum vom Titel platzt am grünen Tisch

Der Deutsche Volleyball-Verband hat entschieden, dass die Drittliga-Saison abgebrochen und nicht gewertet wird. Die saarländischen Vereine begrüßen die Entscheidung oder können zumindest mit ihr leben. Auch wenn es für Freisen hart ist.

 In den 3. Ligen und Regionalligen wird in dieser Saison kein Ball mehr übers Netz fliegen: Der Deutsche Volleyball-Verband hat am Freitag beschlossen, die aufgrund der Corona-Pandemie seit Ende Oktober 2020 ruhende Spielzeit abzubrechen und nicht zu werten.

DVV-Bundespielwart Gerald Kessing erklärte dazu: „Natürlich hätten wir die Saison nach einer Öffnung des Amateursports gerne fortgesetzt. Dafür haben wir im Bundesspielausschuss etliche Szenarien kontrovers diskutiert. Allerdings ist schon zum jetzigen Zeitpunkt absehbar, dass ein geordneter Spielbetrieb nicht mehr möglich gewesen wäre.“

Der TV Lebach hatte sich bereits seit längerem für eine Annullierung der Saison ausgesprochen. Thomas Schwinn, der Abteilungsleiter beim TVL, findet: „Diese Entscheidung war längst überfällig. Es geht hier bei uns nicht ums Geld, da hängen keine Existenzen dran. Wir dürfen daher die Gesundheit der Spielerinnen nicht unnötig aufs Spiel setzen.“

Auch die zweite Mannschaft des Vereins wird diese Saison nicht mehr in die Halle zurückkehren. Am Wochenende beschloss auch die Oberliga Rheinland-Pfalz, in der Lebach II spielt, die Runde abzubrechen.

Bei Drittliga-Aufsteiger VSG Saarlouis ist man exakt derselben Meinung wie beim TV Lebach: „Ich habe ja schon im Vorfeld öfters deutlich gemacht, dass ich einen Abbruch für die richtige Entscheidung halte“, sagt VSG-Trainer Gilbert Pohl. „Und das ist auch ohne Ausnahme die Meinung meiner gesamten Mannschaft.“

Brigitte Schumacher, Trainerin und Vorsitzende des aktuellen Tabellenführers SSC Freisen, sagt: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Entscheidung nachvollziehbar.“ Allerdings hätte sich die Übungsleiterin gewünscht, dass mehr darüber diskutiert worden wäre, wie ein Spielbetrieb trotz Pandemie möglich gewesen wäre: „Vielleicht hätte es die Möglichkeit eines anderen Modells gegeben, beispielsweise im Mai, Juni und Juli die Saison mit Doppelspieltagen noch zu Ende zu bringen.“

Vor dem Saisonabbruch hatten die Drittligisten bis zum 15. Februar Zeit, sich für den Fall eines sportlichen Aufstiegs für einen Platz in der 2. Liga zu bewerben. Der SSC hat dies getan, nachdem seine Spielerinnen signalisiert haben, dass sie bereit wären, auch eine Liga höher ans Netz zu gehen.

„Wir haben diesen Antrag gestellt, weil ich denke, wir wären stark genug gewesen, um bis zum Saisonende in der 3. Liga oben dabei zu bleiben. Aber ich nehme an, dass der Antrag jetzt hinfällig ist“, sagt Schumacher. Denn der DVV hat auch entschieden, dass es in den 3. Ligen und Regionalligen keine Auf- und Absteiger geben wird.

Ein Hintertürchen könnte Freisen allerdings noch bleiben: Falls sich Zweitligisten freiwillig zurückziehen, könnten im Bundesliga-Unterhaus Plätze frei werden. „Wenn sich so etwas ergeben würde, würden wir es wohl machen. Wir müssten dann allerdings erst noch die Finanzierung klären“, berichtet Freisens Vorsitzende. Dass das Szenario eintritt, hält Schumacher allerdings für eher unrealistisch.

Bis zum 15. Mai haben die aktuellen Dritt- und Regionalligisten Zeit, ihre Teammeldung für eine weitere Saison in ihren aktuellen Spielklassen abzugeben. Dies wollen alle drei saarländischen Vereine tun. „Wenn nichts dramatisch in die falsche Richtung läuft, wollen wir nächste Saison in der 3. Liga spielen“, erklärt Schwinn. „Bei uns geht der Trend glasklar dahin, dass wir die 3. Liga nächste Saison wieder in Angriff nehmen. Wir haben nach dem Aufstieg ja erst vier Spiele in dieser Klasse gemacht“, sagt Pohl.