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Der Wald in Lebach ist im Klimastress, Stadt will Umbau

Forstwirtschaftsplan Lebach : Klimawandel stellt Waldbesitzer vor große Probleme

Mehrere extrem heiße und trockene Sommer in Folge haben dem Wald stark zugesetzt. Stadt Lebach reagiert mit „Umbau“.

Der Wald ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Ökosystems, er dient der Naherholung und wird oft mit der Natur gleichgesetzt. Der Wald ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor, Holz ein wichtiger Rohstoff. Ob Staatswald, Stadtwald oder Privatwald - der Klimawandel stellt alle Waldbesitzer vor große Herausforderungen.

„Der saarländische Wald ist im Klimastress“, so lautet das Fazit des saarländischen Umweltministeriums mit Blick auf die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2020. Mehrere extrem heiße und trockene Sommer in Folge haben dem Wald stark zugesetzt. In den Jahren 2018, 2019 und 2020 sind die Böden so sehr ausgetrocknet, dass die Vitalität der Bäume geschwächt wurde. Dadurch sind sie anfälliger für Schädlinge. Gerade die Entwicklung der Fichten ist aufgrund des Borkenkäferbefalls dramatisch, aber auch der Zustand der Buche ist besorgniserregend. So sind im Lebacher Stadtwald schätzungsweise zirka 200 bis 300 Buchen massiv geschädigt.

Der „Umbau“ des Waldes zu einem klimaresistenten Wald unter Beibehaltung seiner Funktion als Klimaretter und Sauerstofflieferant mit Naherholungscharakter wird mehr und mehr zu einer Mammutaufgabe. Funktionieren kann dies nur durch eine nachhaltige Forstwirtschaft. Konkret bedeutet dies: weniger einschlagen als nachwächst und einen arten- und strukturreichen Wald aufbauen. Denn nur so kann ein Wald geschaffen werden, der besser auf die sich ändernden Bedingungen reagieren und sich anpassen kann.

Unter diesen Prämissen stellte die Forstverwaltung jüngst ihren Forstwirtschaftsplan 2021 für die städtischen Waldungen vor. Er weist ein Defizit von knapp 118 000 Euro aus. Den geplanten Einnahmen von 168.450 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 286 204 Euro gegenüber.

Die Ursachen liegen auf der Hand: So mussten wesentlich mehr Bäume gefällt werden als geplant. Dies führte zu steigenden Kosten, das Überangebot an Fichtenholz zu einem Preisverfall. Dadurch übersteigen alleine im Fichtengeschäft die verursachten Kosten die erzielten Einnahmen. Neben der defizitären Fichtenholzvermarktung schlagen auch die hohen Kosten für die Wiederbewaldung und die Erstaufforstung negativ zu Buche. Aufgrund der hohen Rehwildpopulation müssen die Neuanpflanzungen zudem umzäunt werden, um den Jungwald gegen Wildbiss zu schützen.

„Die Kosten für Pflanzung, Jungwaldpflege und Zäunung sind aber nicht unerheblich“, erklärt der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill. „Sie werden vermutlich auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau bleiben oder noch weiter steigen. Doch wir sind auf dem richtigen Weg. Die Umwandlung des Waldes zu einem intakten, naturnahen und strukturreichen Bestand geht nicht von heute auf morgen. Dies wird auch nicht ohne finanzielle Unterstützung durch Bund und Land umzusetzen sein. Mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft werden wir gemeinsam mit unserem Revierförster Winfried Fandel alles dafür tun, die Herausforderungen, vor die uns der Klimawandel als Waldbesitzer stellt, zu meistern.“

Gemeinsame Pflanzaktionen, wie sie in der Vergangenheit bereits organisiert wurden, können aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht stattfinden. Naturliebhaber können den Revierförster aber dennoch unterstützen, indem sie Patenschaften übernehmen, oder defekte Stellen an Jungwald-Zäunen melden.

Kontakt für Bürger: Stadt Lebach, Sachgebiet für Umwelt und Grünflächen, E-Mail: umweltamt@lebach.de.