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Saarlandliga : Der nächste „One-Night-Stand“ an der Spitze

Saarlandliga : Der nächste „One-Night-Stand“ an der Spitze

Durch einen 3:2-Sieg im Kreis-Duell bei der SG Lebach-Landsweiler kletterte der VfB Dillingen kurz auf Rang eins.

Den ganz großen Jubel gab es am späten Samstagnachmittag bei den Fußballern des VfB Dillingen nicht. Stattdessen standen die Akteure des VfB nach dem 3:2-Sieg bei der SG Lebach-Landsweiler eher müde und abgekämpft, aber auch erleichtert auf dem Rasen des Lebacher Stadions an der Dillinger Straße.

Denn der Erfolg vor 240 Zuschauern im Kreis-Duell war für den VfB mit harter Arbeit und auch mit ein wenig Dusel verbunden. „Es war ein dreckiger Sieg, das muss man einfach so sagen“, gab VfB-Trainer Oliver Dillinger zu. „Das war sicher nicht unser bestes Spiel in dieser Saison.“

Diesen „dreckigen Sieg“ fuhr der VfB vor allem dank seiner Stärke bei Standardsituationen ein. Zwei Treffer für die Gäste fielen nach Ecken, einer war ein direkt verwandelter Freistoß. „Bei Standards sind wir diese Saison echt gut. Da haben wir jetzt schon neun Treffer erzielt“, freute sich VfB-Co-Trainer Benjamin Heinrichs.

Durch den Erfolg in Lebach kletterten die Hüttenstädter zum zweiten Mal in Folge für eine Nacht an die Tabellenspitze. Am Samstag vor einer Woche hatte Dillingen durch ein 3:1 gegen die SF Köllerbach Rang eins erklommen, diesen am Tag darauf wieder an die SV Elversberg II verloren. An diesem Wochenende lief es genauso. Nach einem „One-Night-Stand“ des VfB auf dem Platz an der Sonne zog Elversberg einen Tag später wieder in der Tabelle am VfB vorbei. Die Reserve des Regionalligisten siegte zu Hause gegen den SV Hasborn mit 5:0.

Von den oberen Tabellenregionen ist Lebach-Landsweiler derzeit weit entfernt – auch weil die schwarze Heimserie der SG weiter geht. Das 2:3 gegen den VfB war die vierte Heimniederlage für Lebach-Landsweiler im vierten Heimspiel. „Dabei haben wir eigentlich guten Fußball gespielt“, meinte Trainer Faruk Kremic. Aber wir haben uns in kürzester Zeit selbst alles kaputt gemacht“, ärgerte sich der 43-Jährige.

Damit meinte der Übungsleiter die Phase zwischen der 25. und 45. Minute, als den Gästen alle drei Treffer gelangen. Vor dieser waren die Gastgeber bereits in der dritten Minute in Führung gegangen. Steven Cremers flankte auf Dominik Jäckel, und der vollstreckte zum 1:0. „Danach haben wir eigentlich alles im Griff gehabt“, fand Kremic. „Doch dann waren wir bei den Standards zu unkonzentriert.“

 In der 25. Minute brachte Dillingens Mickael Pernet eine Ecke vors Tor, der mit nach vorne gekommene Innenverteidiger Marius Neumeier stieg am höchsten und köpfte zum 1:1 ein. Nach demselben Muster fiel auch der Dillinger Führungstreffer in der 42. Minute. Ecke Pernet, Kopfball Neumeier und es hieß 2:1 für die Hüttenstädter. Sekunden vor der Pause versenkte Pernet dann einen Freistoß aus 21 Metern zum 3:1 für die Gäste.

Vier Minuten nach der Pause verkürzte Lebach-Landsweiler auf 2:3. Sascha Krauß hämmerte die Kugel von halblinks in den Winkel. Danach machte die SG bis zum Schlusspfiff Druck, der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen. Die letzte Chance zum 3:3 vergab Cayan Boz in der Nachspielzeit, als er mit einem Schuss an VfB-Ersatztorwart Nikolaj Kamenev scheiterte.

Kamenev war in der 79. Minute für Stamm-Schlussmann Rick Hess in die Partie gekommen. Hess verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Johannes Biewer. „Eine genaue Diagnose haben wir noch nicht, aber es ist vermutlich eine Bänderverletzung“, sagte VfB-Coach Dillinger am gestrigen Montag.

Auch Lebach-Landsweiler musste mit Sascha Krauß einen Spieler verletzt rausnehmen. Er verdrehte sich das Knie. Auch hier gibt es noch keine genaue Diagnose über die Schwere der Verletzung. „Das Knie ist dick angeschwollen, wir müssen jetzt warten, was der Arzt sagt“, so SG-Trainer Kremic gestern.

Für Dillingen steht nun am kommenden Samstag das absolute Spitzenspiel der Liga auf dem Programm. Um 16 Uhr empfangen die Hüttenstädter an der heimischen Papiermühle den punktgleichen Spitzenreiter aus Elversberg, die SVE II. Siegt der VfB, dann würde es für die Dillinger-Elf keinen „One-Night-Stand“ an der Tabellenspitze mehr geben. Dann wären die Hüttenstädter zumindest für eine Woche ganz oben.