Der Kreisfeuerwehrtag findet in Lebach mit Buchvorstellung statt

Kreisfeuerwehrtag : „Wenn es brenzlig wird“

In diesem Jahr findet der 25. Kreisfeuerwehrtag statt. Gastgeber Lebach feiert 150 Jahre Feuerwehr mit einem Buch.

Die Kreisfeuerwehrtage in Lebach gehen auf eine lange Tradition zurück. In Lebach selbst findet in diesem Jahr zum siebten Mal ein Kreisfeuerwehrtag statt – nach 1892, 1909, 1920, 1937, 1955 und 1987. Vom 21. bis 23. Juni veranstalten die Freiwilligen Feuerwehren und die Werksfeuerwehren im Landkreis Saarlouis in Lebach den Tag. Gleichzeitig feiert der Löschbezirk Lebach sein 150-jähriges Bestehen. Am Freitag wird im Lebacher Rathaus dazu eine Chronik präsentiert.

1869 wird die Freiwillige Feuerwehr Lebach gegründet – und 1884 der Kreisfeuerwehrverband Saarlouis. Und das nicht zuletzt auf Betreiben des Lebacher Hauptmanns (heute vergleichbar mit dem Löschbezirksführer) Wilhelm Reusch. In der von Adolf Hetzler aus Saarlouis mit Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes handschriftlich begonnenen und dann kontinuierlich immer weiter ergänzten Chronik liest man: „Der Führer der freiwilligen Feuerwehr Lebach Reusch schlug (…) vor, einen Verband der Feuerwehren des Kreises zu gründen. Dieser Antrag fand allseitige Zustimmung und [es wurde] beschlossen, Satzungen auszuarbeiten.“ Das ist ein wegweisender Schritt, denn die Hauptarbeit des Verbandes besteht in den folgenden Jahren darin, Parameter auszuarbeiten, wie eine freiwillige Feuerwehr überhaupt auszusehen hat. Mit Erfolg! Denn 1908 wird vom Regierungspräsidenten der Rheinprovinz in Trier der Feuerwehr Lebach und gleichzeitig allen Feuerwehren des Landkreises Saarlouis das Qualitätsmerkmal „freiwillig“ attestiert.

Am Beginn heißen sie noch ganz einfach Feuerwehrtag oder Verbandstag – und werden fortlaufend gezählt, bis 1935 die Nationalsozialisten ihre eigene Nummerierung einführen. Nach deren Zählung findet demnach der „3. ordentliche Verbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Saarlautern“ 1937 in Lebach statt. Die Quellen belegen zweifelsfrei, dass die neuen Machthaber dabei die Feuerwehr schamlos für ihre ideologische Indoktrinierung missbrauchen – und ihre hart erstrittene Freiwilligkeit mit Füßen treten.

Bis 1935 ist es das Hauptziel des Kreisfeuerwehrbandes, sich selbst als Organ der Freiwilligkeit zu gestalten und für die jungen Feuerwehren Hilfestellung zu leisten auf ihrem Weg zur Anerkennung als freiwillige Feuerwehren, aber auch hinsichtlich Ausbildung, Ausrüstung und Ausstattung. Das wird mittlerweile nicht mehr auf den Kreisfeuerwehrtagen verhandelt, sondern bei den kontinuierlich stattfindenden Besprechungen der Verbandsvertretung. Die Kreisfeuerwehrtage heute dienen der Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung.

www.150jahrefflebach.de

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