| 20:23 Uhr

Kommentar
Denkmalschutz ernst nehmen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden haben es nicht leicht. Die Auflagen des Konservatoramtes können hart und finanziell schmerzlich sein. Das gilt für Privateigentümer, Firmen oder Kommunen gleichermaßen. Über Jahrzehnte dämmerte Stellwerk LW in einem Dornröschenschlaf. Hierbei verfiel das Gebäude offensichtlich zu einem Schandfleck. Weder die Bahn, noch die städtische Grundstückgesellschaft, in deren Besitz sich das denkmalgeschützte Stellwerk zuletzt befand, schienen ernsthaft um den dauerhaften Erhalt des historischen Kleinodes bemüht. Und die Bahn hielt es, trotz mehrfacher Anfragen auch nicht für nötig, Auskunft zu geben.

Eigentümer von denkmalge-


schützten Gebäuden haben

es nicht leicht. Die Aufla-



gen des Konservatoramtes können

hart und finanziell schmerzlich

sein. Das gilt für Privateigentümer,

Firmen oder Kommunen gleicher-

maßen. Über Jahrzehnte dämmer-

te Stellwerk LW in einem Dorn-

röschenschlaf. Hierbei verfiel das

Gebäude offensichtlich zu ei-

nem Schandfleck. Weder die Bahn,

noch die städtische Grundstückge-

sellschaft, in deren Besitz sich das

denkmalgeschützte Stellwerk zu-

letzt befand, schienen ernsthaft

um den dauerhaften Erhalt des

historischen Kleinodes bemüht.

Und die Bahn hielt es, trotz mehr-

facher Anfragen auch nicht für nö-

tig, Auskunft zu geben.

Unakzeptabler Vandalismus

und Brandstiftung versetzten dem

denkmalgeschützten Gebäude

dann den Todesstoß, was den Ab-

riss bedeutete. Denkmalschutz

funktioniert in der Regel – trotz al-

ler durch die Denkmalschutzge-

setze vorgegebenen Zwangsmög-

lichkeiten – nur, wenn staatliche

Stellen und Denkmaleigentümer

zusammenarbeiten. Deshalb ist

es für den Denkmalschutz wich-

tig, die Eigentümer der Denkmäler

für die Bedeutung der Erhaltung

des kulturellen Erbes zu sensibili-

sieren und Interesse für die Belan-

ge der Denkmalpflege zu wecken.

Was hier offensichtlich nicht funk-

tioniert hat.

Man muss also nur lange genug

warten, wie man sieht. Wie prak-

tisch, lässt sich danach der frei ge-

wordene Platz doch bestens kom-

merziell vermarkten. Liebe Bahn,

liebe Stadt: Glaubwürdiger Denk-

malschutz geht anders!