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Kommentar
Denkmalschutz ernst nehmen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden haben es nicht leicht. Die Auflagen des Konservatoramtes können hart und finanziell schmerzlich sein. Das gilt für Privateigentümer, Firmen oder Kommunen gleichermaßen. Über Jahrzehnte dämmerte Stellwerk LW in einem Dornröschenschlaf. Hierbei verfiel das Gebäude offensichtlich zu einem Schandfleck. Weder die Bahn, noch die städtische Grundstückgesellschaft, in deren Besitz sich das denkmalgeschützte Stellwerk zuletzt befand, schienen ernsthaft um den dauerhaften Erhalt des historischen Kleinodes bemüht. Und die Bahn hielt es, trotz mehrfacher Anfragen auch nicht für nötig, Auskunft zu geben.

Unakzeptabler Vandalismus und Brandstiftung versetzten dem denkmalgeschützten Gebäude dann den Todesstoß, was den Abriss bedeutete. Denkmalschutz funktioniert in der Regel – trotz aller durch die Denkmalschutzgesetze vorgegebenen Zwangsmöglichkeiten – nur, wenn staatliche Stellen und Denkmaleigentümer zusammenarbeiten. Deshalb ist es für den Denkmalschutz wichtig, die Eigentümer der Denkmäler für die Bedeutung der Erhaltung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Was hier offensichtlich nicht funktioniert hat.



Man muss also nur lange genug warten, wie man sieht. Wie praktisch, lässt sich danach der frei gewordene Platz doch bestens kommerziell vermarkten. Liebe Bahn, liebe Stadt: Glaubwürdiger Denkmalschutz geht anders!