Das schönste Bauernhaus des Landes bekommt eine Bronze-Plakette

Bauernhaus in Steinbach : Ein stilechtes Schmuckstück mit Bauerngarten

Viel Arbeit, aber auch viel Liebe hat Marion Diederichs in ihr Bauernhaus in Steinbach gesteckt, an dem jetzt eine Bronze-Plakette angebracht wird.

Das schönste saarländische Bauernhaus steht in Lebach-Steinbach. So lautete die Schlagzeile in der Saarbrücker Zeitung Ende September 2018. Die Besitzerin Marion Diedrich siegte beim Landeswettbewerb des Umweltministeriums. Dafür erhielt sie 3000 Euro. Nun bekommt das Haus selbst noch einen Preis: Am Dienstag, 21. Februar, wird in einer kleinen Zeremonie eine Bronze-Plakette an dem Preisträger-Haus in Steinbach angebracht.

„Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“. So lautete der Titel des 18. Landeswettbewerbs, bei dem zunächst auf Kreisebene und dann auf Landesebene die schönsten Bauernhäuser der Region von einer Jury bewertet und prämiert wurden. Zwölf Häuser im ganzen Saarland hatten es bis in die Endauswahl geschafft. Nach der Besichtigung waren sich die Experten einig: Das schönste Bauernhaus des Saarlandes steht in Lebach-Steinbach (wir berichteten).

Marion Diederich, Tierärztin aus Thalexweiler, hat das Bauernhaus 1996 gekauft. „Die Lage hat uns gleich sehr gut gefallen - direkt am Bach, ganz ruhig und abseits der Hauptstraße“, erinnert sie sich. „Allerdings schien der eigentliche Charme des Hauses durch viele Dinge verloren oder zumindest versteckt. Es gab so viel, was einfach nicht zu einem Bauernhaus gehört. So waren die Fenster einfach, ohne die typischen Sprossen, die Scheune war zugemauert. Dort stand eine Blechgarage, die Haustür stammte aus den 1960er Jahren, und vor dem Haus war alles der Einfachheit halber betoniert worden.“

Mit viel Liebe zum Detail hat Marion Diederich „Schweidersch Haus“, das 1864 erbaut wurde, wieder hergerichtet. Auch wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand, hat sich die Tierärztin doch von einem Architekten und Denkmalschützer beraten lassen. Die Fassade wurde wieder hergestellt, die Scheune in den ursprünglichen Zustand versetzt und das Innere des Hauses komplett entkernt. Insgesamt vier Jahre lang hat es gedauert, bis das Haus wohnfertig war. Bei den Arbeiten stieß Marion Diederich im Erdgeschoss auf einen Boden aus Fliesen, die wohl noch aus der Entstehungszeit des Hauses stammen. Die Fliesen konnten erhalten werden und verleihen dem offenen Wohn- und Essbereich einen ganz besonderen Charakter. Die heutige Haustür stammt aus einem anderen Haus aus Steinbach. Eigentlich wollte der Besitzer sie entsorgen. Ein Möbelschreiner hat die Tür aber „gerettet“, umgebaut und gedämmt. Und so ziert das Haus heute ein altes Türblatt, das besser nicht zur Fassade passen könnte.

Markant ist auch der große Kastanienbaum vor dem Haus, der bereits auf einem historischen Foto aus dem Jahre 1925 zu sehen ist und daher vermutlich mehr als 100 Jahre alt ist.

Auch der heutige Vorgarten und der Bauerngarten neben dem Haus sind wunderschön und passend zum Gesamtbild angelegt. „Der Garten mit Blumen, Gemüse und Kräutern bereitet mir viel Freude, ist aber auch sehr viel Arbeit.“

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