Das Miez-Haus

Lebach · Ersatzeltern für 24 Stunden oder Betreuung zu Hause. In den Ferien sollen Hund und Katze gut versorgt sein. Tanja Hansen sowie Marion Trennheuser und Thomas Balzer kümmern sich, wenn Besitzer nicht da sind.

 Cat-Sitterin Tanja Hansen aus Lebach mit Kater Marco. Fotos: Barbara Scherer

Cat-Sitterin Tanja Hansen aus Lebach mit Kater Marco. Fotos: Barbara Scherer

Sommerzeit ist Urlaubszeit, für Tierbesitzer aber auch immer wieder die Zeit der Frage: wohin mit Hund, Katze oder Maus? Mitnehmen geht nicht immer. Es gibt jedoch Menschen, die das Tier fachgerecht versorgen, während Herrchen oder Frauchen nicht im Lande sind.

Eine davon ist Tanja Hansen aus Lebach , die sich schon als Kind für Tiere interessiert hat und ihr Hobby 2006 zur "Berufung" gemacht hat, wie sie selbst sagt. Sie ist Cat-Sitterin, betreut also Katzen im Haus ihrer Besitzer. "Das ist für das Tier die stressfreieste Methode, da es in seinem Revier bleiben kann", erklärt sie. Zu ihren Dienstleistungen gehört alles rund um die Mieze: "Ich spiele und schmuse mit den Tieren, gebe Medizin, füttere sie und reinige das Katzenklo - und wenn es notwendig ist, fahre ich auch zum Tierarzt." Auf Wunsch kümmert sie sich auch um das Leeren des Briefkastens, stellt die Mülltonne raus oder gießt die Blumen - und das ab acht Euro pro Tag.

In den Sommerferien ist Tanja Hansen von morgens bis abends unterwegs, an sieben Tagen die Woche, auch an Feiertagen. Zehn Kunden und mehr sind hierbei keine Seltenheit. "Zuerst versorge ich meine eigenen Hunde, und dann folge ich meiner Route", erzählt sie. Dabei geht es durch das ganze Saarland. Die freien Tage vermisst sie nur selten, denn sie ist in ihrem Element. "Für mich gibt es keinen Tag ohne Tiere", erzählt sie mit Begeisterung. Auch zu Hause hat sie mit vier Katzen , zwei Hunden und acht Meerschweinchen fast einen kleinen Zoo. Marion Trennheuser und Thomas Balzer aus Wadgassen hatten schon als Kinder Tiere, heute sind sie Besitzer von zwei dänischen Doggen, Schildkröten und Fischen. Am Donnerstag haben die beiden in Ensdorf ein Tierhotel eröffnet. Die Idee kam ihnen durch ihre Doggen. "Wir haben für unsere eigenen Tiere immer Pensionen gesucht", erzählt Marion Trennheuser, "aber gerade aufgrund der Größe der Hunde nie eine Unterkunft gefunden, die unseren Ansprüchen genügte". Mit ihrem Tierhotel im Holzhaus möchten sie Hunden aller Größen einen schönen Aufenthalt ermöglichen.

"Jedes Zimmer hat einen eigenen Auslauf, außerdem gibt es auf dem Gelände viele Möglichkeiten zum Spielen und Toben", erzählt sie, "je nach Alter und Fitness des Hundes entscheiden wir zusammen mit dem Besitzer, was für das Tier am besten ist".

Für die Hunde seien sie während des Aufenthalts "Ersatzeltern", meint Trennheuser - und 24 Stunden da. "Die Betreuung war uns wichtig", erzählt Balzer, "und die gute Unterbringung - den Tieren muss es gut gehen". Die sieben Hundezimmer gibt es in Größen von sechs bis 13 Quadratmeter, entsprechend für kleinere und größere Rassen. Die Kosten liegen für einen Hund bei 30 Euro pro Tag, weitere Hunde desselben Besitzers sind günstiger und wohnen gemeinsam in einem Zimmer. Außer den Hundezimmern gibt es auch noch Unterbringungsmöglichkeiten für Katzen sowie Käfigtiere - "wir betreuen alles, was im Haus lebt", sagt Trennheuser. Dass die beiden mit dem Hundehotel ab sofort 24 Stunden im Einsatz sind - denn auch nachts ist immer jemand vor Ort -, stört sie nicht. "Der Gedanke hat nie eine Rolle gespielt", sagt Thomas Balzer, "es ist zwar viel Arbeit, aber man empfindet es nicht so. Für uns ist es eine Freude, mit den Tieren umzugehen".