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Hallenfußball
„Das ist das beste Turnier überhaupt“

Im roten (Jubel-)Bereich: Die Spieler des SV Hasborn feiern ihren Triumph beim Turnier in Wadern ausgelassen.
Im roten (Jubel-)Bereich: Die Spieler des SV Hasborn feiern ihren Triumph beim Turnier in Wadern ausgelassen. FOTO: Achim Thiel / Thiel Achim
Für die Fußballer des SV Hasborn verlief die Saison in der Saarlandliga bislang alles andere als nach Plan. Umso mehr feierten sie den Erfolg beim Hallenturnier in Wadern. Vor allem Torhüter Reiter. Von Philipp Semmler

Turnier des FC Noswendel Wadern:


Christian Reiter, Torwart des SV Hasborn, ballte die Faust und stieß einen lauten Jubelschrei aus. 13 Sekunden vor Ende des Finales beim traditionsreichen Haco-Turnier des FC Noswendel Wadern (68 Wertungspunkte) hatte er gerade einen Schuss von Primstals Pascal Limke abgewehrt. Reiter wusste, dank dieser Parade war seiner Mannschaft der Sieg kaum mehr zu nehmen. Hasborn führte mit 4:2 – und dies war auch der Endstand.

Der aus Noswendel stammende Reiter, der aktuell in Wadern wohnt, konnte damit zum ersten Mal das Hallenturnier vor seiner Haustür gewinnen. „Für mich ist das ein ganz besonderes Gefühl. Ich war als Kind schon immer als Zuschauer in der Halle, und für mich ist dieses Turnier das Beste überhaupt“, erklärte der 30-Jährige strahlend.

Wenige Meter von Reiter entfernt jubelte zeitgleich Cedric Collet. Der Mittelfeldspieler, der normal für Hasborns Reserve in der Bezirksliga auf dem Feld steht, hatte die beiden entscheidenden Treffer im Endspiel markiert. Ihm gelang zunächst mit einem Aufsetzer das 3:2, dann nach einem Pass von David Quinten das 4:2. „Wir hätten gerne gewonnen, aber ich gönne auch Hasborn den Sieg“, erklärte Primstals Patrick Backes. Der Mittelfeldspieler nutzte seinen Weihnachts-Urlaub, um ein kurzes Comeback im VfL-Dress zu geben. Backes arbeitet in Schweden – und steht Primstal deshalb auf dem Feld nicht zur Verfügung.

Das Waderner Turnier war auch diesmal wieder ein Zuschauermagnet. 650 Besucher sorgten dafür, dass die Herbert-Klein-Halle am Finaltag brechend voll war. Insgesamt kamen an drei Turniertagen 1500 Zuschauer. „Ich war zum letzten Mal als 18-Jähriger mit dem SV Hasborn hier. Ich muss sagen: Die Atmosphäre ist einfach klasse. Dass die Halle bis abends um halb zwölf bis auf den allerletzten Platz gefüllt ist, ist einfach Wahnsinn“, schwärmte Thorsten Schütte, seit diesem Sommer Spielertrainer des gastgebenden FC Noswendel Wadern.



Die Zuschauer sahen auch einige Überraschungen: Titelverteidiger SV Morlautern (Oberliga) scheiterte bereits in der Zwischenrunde am SV Losheim und dem SV Mettlach. Im Viertelfinale wurde der zweite Oberligist im Feld, der FK Pirmasens, von Landesligist Losheim aus der Halle gefegt. Losheim siegte – auch dank vier Treffern von Spielertrainer Nico Lalla – mit 7:0.

Losheim musste sich nach diesem Husarenstreich aber im Halbfinale gegen Hasborn mit 1:2 geschlagen geben. Die Losheimer Aljoscha Sauer und Daniel Mohm sahen dabei – jeweils nach Schubsern gegen Gegenspieler – Rot. Im zweiten Semifinale zog Gastgeber Noswendel Wadern (Verbandsliga) gegen Primstal mit 2:4 den Kürzeren. Danach sicherten sich die Hausherren durch ein 6:2 gegen Losheim aber immerhin Rang drei. „Dieses Ergebnis ist mehr als in Ordnung, auch wenn das Erreichen des Finales möglich gewesen wäre“, fand Schütte. Zufriedenheit herrschte – trotz der beiden Niederlagen im Halbfinale und im Spiel um Platz drei – auch beim SV Losheim. „Als Landesligist bei so einem hochkarätig besetzten Turnier in die Punkteränge zu kommen, ist ein Erfolg“, sagte SVL-Spielertrainer Lalla.

Turnier des FV Lebach:

Thomas Zimmermann hat Saarlandligist SG Lebach-Landsweiler zum Sieg beim „Heimturnier“ um den HKS-Cup des FV Lebach (54 Wertungspunkte) geschossen. Dem Mittelfeldspieler gelang am Mittwochabend im Finale gegen Oberligist FV Eppelborn ein Doppelpack – und das gegen seinen Ex-Club. Zimmermann war erst im Sommer vom FVE zur SG gewechselt. Zunächst erzielte er das 1:0 für sein Team, danach machte er mit dem 4:1 den Sack endgültig zu. Dabei stand Zimmermann am Endrunden-Tag eigentlich gar nicht im Kader der SG. Er rückte erst in der Zwischenrunde nach, weil Romain Heinen wegen Leistenproblemen nicht mehr weiterspielen konnte.

Lebach-Landsweiler feierte mit dem Sieg übrigens den dritten Triumph beim eigenen Turnier in Serie. Durch den Erfolg übernahm die Mannschaft auch die Führung in der Masters-Qualifikations-Wertung. „Wir haben in Sachen Masters jetzt einen Fuß in der Tür“, freute sich Doppel-Torschütze Zimmermann.

Rang drei ging an den amtierenden Masters-Sieger FC Wiesbach. Der Oberligist setzte sich im kleinen Finale mit 3:2 gegen Landesligist SG Lebach-Landsweiler II durch. Zu dem Turnier kamen 900 Zuschauer.

Turnier der SG Nalbach-Piesbach:

Saarlandligist SF Köllerbach hat am Donnerstag den Siegeszug von Oberligist FV Diefflen beim Autohaus-Zeller-Cup der SG Nalbach-Piesbach (46 Wertungspunkte) gestoppt. Diefflen hatte das Turnier zuletzt fünf Mal in Serie gewonnen. Am Donnerstag scheiterte der FV aber im Halbfinale an Köllerbach. Die Sportfreunde setzten sich in der Litermonthalle mit 4:3 nach Siebenmeterschießen durch.

Den längeren Atem hatten die SF anschließend auch im Finale gegen den Ligakonkurrenten VfB Dillingen, gegen den sie mit 6:2 nach Verlängerung gewannen. Dabei gelangen Köllerbach nach einem 1:2-Rückstand fünf Tore in vier Minuten. Das Team rückte durch den Erfolg auf Rang drei der Masters-Wertung vor. Diefflen wurde durch ein 7:2 im kleinen Finale gegen Landesligist SG Körprich-Bilsdorf Dritter. Das Turnier sahen 850 Zuschauer.