Bundeswehr-Hilfe in Lebach rückt näher

Bundeswehr-Hilfe in Lebach rückt näher

Der Flüchtlingseinsatz in Lebach stellt die Hilfsorganisationen vor eine logistische Herausforderung. Künftig wird wohl auch die Bundeswehr mit Feldköchen und Sanitätern zum Einsatz kommen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten.

Um die immer größer werdende Zahl von Flüchtlingen in Lebach zu versorgen, wird voraussichtlich die Bundeswehr eingesetzt. "Ich gehe nach den Gesprächen, die ich geführt habe, davon aus, dass alles klar geht", sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) gestern der SZ. "Das Verteidigungsministerium kann sich nicht drücken." Der "übergesetzliche Notstand" werde zu einer Daueraufgabe, die nur mit Hilfe der Bundeswehr gelöst werden könne, sagte Bouillon. Bei den möglichen Hilfeleistungen geht es laut Bouillon um die Verpflegung und die sanitätsdienstliche Versorgung der Flüchtlinge. "Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen", sagte Bouillon.

Der Innenminister sagte, viele der ehrenamtlichen Helfer, die von Anfang dabei sind, gingen zunehmend "auf dem Zahnfleisch". Zudem gebe es mittlerweile immer öfter Ärger mit Arbeitgebern, die Freistellungen ablehnten. Deshalb sollen sich künftig alle Landesbediensteten, die in einer Hilfsorganisation aktiv sind, freistellen lassen können. Er habe alle Landesministerien angeschrieben, so Bouillon .

Pro Schicht sind rund 100 Ehrenamtliche der Hilfsorganisationen sowie ungebundene freiwillige Helfer im Einsatz - an einem Tag also insgesamt 300. Auf Facebook hat sich ein Netzwerk gebildet, das private Hilfsangebote koordiniert. Die Technische Einsatzleitung (TEL) wurde inzwischen den Unteren Katastrophenschutzbehörden der Landkreise übertragen. Sie koordinieren die Betreuungs-, Verpflegungs- und Sanitätseinheiten.

Im Durchschnitt erreichen jeden Tag rund 100 Flüchtlinge die Landesaufnahmestelle in Lebach . Sie werden in Zelten untergebracht, bis ihr Aufnahmeverfahren beginnt. Dies dauert derzeit mehrere Tage. Die Landesaufnahmestelle platzt mit 1600 Bewohnern aus allen Nähten. In den Notzelten sind derzeit zusätzlich rund 500 Menschen untergebracht. Die Zeltstadt soll kurzfristig auf rund 1000 Plätze erweitert werden. Das Innenministerium rechnet für August und die nächsten Monate mit jeweils 3000 neuen Flüchtlingen.

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