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Leichenhalle Landsweiler
Bürger wollen keinen Teilabriss

 Nach den Plänen der Verwaltung soll die Leichenhalle zum Teil abgerissen und grundsaniert werden. Die Bürger aber fordern den Erhalt der Leichenhalle und lieferten bei der Versammlung auch gute Argumente dafür.
Nach den Plänen der Verwaltung soll die Leichenhalle zum Teil abgerissen und grundsaniert werden. Die Bürger aber fordern den Erhalt der Leichenhalle und lieferten bei der Versammlung auch gute Argumente dafür. FOTO: Kiefer
Landsweiler. Pläne der Lebacher Verwaltung zum Teilabriss der Leichenhalle in Landsweiler wurden in einer Bürgerversammlung abgelehnt. Von Monika Kühn

3:100 – so präsentierte sich die Bürgerversammlung am Dienstagabend in Landsweiler. Thema des Abends war das Friedhofsentwicklungskonzept der Stadt Lebach. Im speziellen Fall ging es um die Leichenhalle in Landsweiler. Seitens der Verwaltung wird ein Teilabriss mit Grundsanierung favorisiert. Dies wollen aber die Bürger von Landsweiler nicht. Zusammen mit Bürgermeister Klauspeter Brill stellten Bernd Bender (Friedhofsamt) und Bauamtsleiter Michael Wagner den Verwaltungsvorschlag vor. Ihnen widersprachen um die 100 Bürger. Selten präsentierte sich eine Bürgerversammlung in solcher Einmütigkeit, auch über die Parteigrenzen hinweg.


Zu Beginn der Bürgerversammlung erläuterten Bender und Wagner die Pläne der Verwaltung (wir berichteten mehrmals). Im Friedhofsentwicklungskonzept, das 2017 verabschiedet wurde, wurde Lebach in drei Zonen aufgeteilt. Landsweiler, Eidenborn und Falscheid bilden eine davon. In jeder Zone soll es eine Leichenhalle mit Kühlräumen geben. Nach einem Gutachten würde eine Komplettsanierung der Landsweiler Leichenhalle 274 000 Euro (auf 30 bis 40 Jahre hin gerechnet) kosten, ein Teilabriss mit Grundsanierung 136 000 Euro und ein Komplettabriss mit dem Bau eines Toilettenhäuschens 109 000 Euro.

Ortsvorsteher Tobias Weber warf der Verwaltung vor, dass bereits sein Vor-Vorgänger (Thomas Rosport) auf das undichte Dach der Halle hingewiesen habe. Doch es sei nichts geschehen, außer ein paar Flickarbeiten. Den Vorschlag der Verwaltung (Rückbau) habe der Ortsrat einstimmig abgelehnt und sich für die Sanierung des Daches und der Decken ausgesprochen. Wenn man über 100 000 Euro für einen Abriss ausgeben wolle, sollte das Geld doch besser in die Sanierung gesteckt werden. Gerd Gasper wies darauf hin, dass vor drei Jahren eine Dachsanierung auf 30 000 Euro geschätzt worden war. Denn damals habe der Ortsrat bereits auf die notwendige Sanierung hingewiesen. „Das wäre wirtschaftliches Handeln gewesen.“ Da die Leichenhalle 1971 eingeweiht wurde, also noch zu Zeiten als Landsweiler selbstständig war, hätten die Landsweiler Bürger die finanziellen Mittel dafür aufgebracht. „Der jetzige Zustand ist eine Katastrophe für die Verwaltung“, warf Hans Klanig in die Diskussion ein. „Es geht darum, Respekt vor den Verstorbenen zu bewahren und nicht die Stadtteile gegeneinander auszuspielen.“ Damit reagierte er auf Brills Argumente, dass, wenn in Landsweiler jetzt aufwändig saniert werde, die übrigen Stadtteile dieses auch für sich fordern würden. Auch der Hinweis, dass kein Geld da sei, zählte an dem Abend nicht. Privatpersonen müssten sich auch um ihre Dächer kümmern.



Elmar Klein aus Falscheid bemängelte, dass immer noch die Namensschilder der Verstorbenen auf der Stele der Urnengemeinschaftsanlage fehlen, obwohl die erste Bestattung im Januar 2018 war. Auch kritisierte er, dass sich nicht um Sanierungsarbeiten gekümmert werde, es immer erst zu gravierenden Schäden kommen müsse.

„Was jetzt, Herr Bürgermeister?“, fragte Tobias Weber am Ende der fast zweistündigen Veranstaltung. Brill will das Thema Leichenhalle Landsweiler erneut mit den Fraktionen besprechen und wieder auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am 4. April setzen.

Ortsvorsteher Tobias Weber lädt alle interessierten Bürger zur Besichtigung der Landsweiler Leichenhalle am Samstag, 30. März, 15 Uhr, ein.

 Die Verwaltung in Lebach schlägt vor, diesen Teil der Leichenhalle in Landsweiler komplett zu sanieren.
Die Verwaltung in Lebach schlägt vor, diesen Teil der Leichenhalle in Landsweiler komplett zu sanieren. FOTO: Hoffmann