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Rathaussturm Lebach
Brill ergibt sich den Gardemädchen

Entmachtung im Rathaus Lebach: Die Prinzengarde des Carneval Vereins (CVL) erbeutet den Schlüssel zum Rathaus und nimmt Bürgermeister Klauspeter Brill auf Anordnung des Elferrates gefangen.
Entmachtung im Rathaus Lebach: Die Prinzengarde des Carneval Vereins (CVL) erbeutet den Schlüssel zum Rathaus und nimmt Bürgermeister Klauspeter Brill auf Anordnung des Elferrates gefangen. FOTO: Dieter Lorig
Lebach. Kein Bier im Rathaus? Ausgefuchste Narren fielen nicht auf den Schwindel rein. Von Monika Kühn

Klauspeter Brill hatte überhaupt keine Chance. Lebachs Bürgermeister versuchte sich zwar mit allen Kräften gegen den Sturm der Narren zu wehren. Doch alles Zetern half nichts: Die Lebacher Narren übernehmen bis Aschermittwoch die närrische Regentschaft im Lebacher Rathaus. Von der oberen Terrasse aus versuchte der Rathauschef noch sich verbal gegen die Gardisten und Gardemädchen, den Elferrat und die Prinzenpaare zu wehren, doch es hatte keinen Zweck. Beim dritten Anlauf, als das Kinderprinzenpaar Emma-Sophie I. und Jan I. den Gardemädchen befahl, zu stürmen, konnte das Rathaus in die Gewalt der Narren gebracht werden.



Zuvor gab es einen flotten Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Brill und Sitzungspräsident Thomas Bauer. Mit Zylinder und Gilet ausstaffiert, an seinem Gürtel hing der magere Stadtsäckel, versuchte der Chef des Rathauses alles Mögliche, um den feindlichen Angriff zu verhindern. Auch, dass es im Rathaus kein Bier gebe, die Narrenschar wollte es nicht glauben. Auch der Hinweis, dass die Wache vor der Eingangstür stehe, half nicht. „Das sind Fernmelder, die von Verteidigung keine Ahnung haben“, konterte Bauer zurück.

Auch der Einwand, dass die Stadt kein Geld für neues Glas habe, wenn sie die Eingangstür stürmten, brachte Brill nicht zur Vernunft. Zu guter Letzt musste er aufgeben, die Gardemädchen stürmten erfolgreich ins Rathaus und nahmen zusammen mit den Gardisten den Bürgermeister in Gefangenschaft.

Bis Mittwoch haben nun Prinzessin Dinah I. und Prinz Marc I. das Sagen. Seine Tollität fehlte beim Rathaussturm. Er ist krank. So musste ihre Lieblichkeit, unterstützt vom Hofstaat, zusammen mit der Garde und dem Elferrat das Vormittagsprogramm allein bewältigen. In Lebach ist es guter Brauch, dass die königlichen Hoheiten die beiden Seniorenheime von Caritas und Awo besuchen, die Reha GmbH und die Stadtwerke. Auch bei Mercesdes Reitenbach waren sie in diesem Jahr.

Bereits morgens um 9 Uhr stattete das Kinderprinzenpaar dem Kindergarten Landsweiler und später dem katholischen Kindergarten Lebach einen Besuch ab. Viele erstaunte Augenpaare guckten ihnen dort entgegen. Prinzessin Emma-Sophie fand „es ganz schön anstrengend, aber schön“.