Evakuierungszone, Absperrung & Co. Bombenfund auf Lebacher Kasernengelände – alle Infos zur Entschärfung am Pfingstsonntag

Update | Lebach · Im April wurden bei Untersuchungen auf dem Gelände der Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach mögliche Fliegerbomben entdeckt. Jetzt steht fest, wann diese entschärft werden sollen. Zudem teilte die Stadt jetzt mit, welche Anwohner von der Evakuierung betroffen sind.

 Nachdem im April sich bei Untersuchungen auf dem Lebacher Kasernengelände der Verdacht auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ergeben hat, sollen diese nun am Pfingstsonntag entschärft werden.

Nachdem im April sich bei Untersuchungen auf dem Lebacher Kasernengelände der Verdacht auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ergeben hat, sollen diese nun am Pfingstsonntag entschärft werden.

Foto: Ruppenthal

Update vom 17. Mai: Am Sonntag, 19. Mai, ist es so weit: Dann sollen die vier gefundenen Fliegerbomben auf dem Gelände der Graf-Haeseler-Kaserne Lebach entschärft werden. Aus Sicherheitsgründen wird eine Evakuierungszone mit einem Radius von 300 Metern ausgehend von der Fundstelle eingerichtet. In diesem Sperrbereich darf sich niemand befinden. Wer in dieser Zone lebt, muss bis Sonntag, 19. Mai, 8 Uhr, sein Haus oder Wohnung verlassen haben. Konkret sind nach Angaben der Stadt über 1000 Menschen und 355 Haushalte betroffen. Sie können bereits ab 7 Uhr in der Großsporthalle, Dillinger Straße 65a, unterkommen. Ab 8 Uhr beginnen dann Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei sowie Hilfsdiensten, in sogenannten Klingeltrupps, alle Häuser abzuklingen und das Gebiet zwangsräumen. Insgesamt sollen nach ersten Schätzungen über 180 Hilfsdienste im Einsatz sein.

Sobald der Sperrbereich evakuiert ist, könne der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung der Bomben beginnen. Wie lange dies jedoch andauere, das ließe sich noch nicht einschätzen. „Entschärfung und Abtransport der Bomben werden mehrere Stunden in Anspruch nehmen und vermutlich mindestens bis zum Nachmittag dauern“, heißt es hierzu auf der Internetseite der Stadt Lebach.

Doch fällt die Entschärfung nun aufgrund des anhaltenden Regens möglicherweise ins Wasser? „Wir hoffen nicht“, teilt Stadt-Pressesprecherin Martina Kirsch hierzu auf am Freitagmittag auf SZ-Anfrage nach. Momentan gehe sie davon aus, dass die Entschärfung planmäßig über die Bühne gehen könne.

Ursprüngliche Meldung vom 7. Mai: Der kommende Pfingstsonntag wird für die Stadt Lebach und seine Bewohner recht turbulent werden. Nachdem vor wenigen Wochen im Zuge von routinemäßigen Untersuchungen auf dem Gelände der Graf-Haeseler-Kaserne sich der Verdacht auf mögliche „Blindgänger“ erhärtet hat, hat die Stadt Lebach jetzt bestätigt, dass es sich bei den vermuteten Kampfmitteln im Boden sehr wahrscheinlich um vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Derzeit würden noch weitere Untersuchungen stattfinden, doch die Stadtverwaltung sieht bereits jetzt konkreten Handlungsbedarf.

Welche Anwohner von der Evakuierung betroffen sind

Demnach soll der Kampfmittelräumdienst des Landespolizeipräsidiums die Entschärfung der vier Bomben am Pfingstsonntag, 19. Mai, durchführen. Aus Sicherheitsgründen werde in einem Radius von 300 Metern ausgehend von der Fundstelle daher ein Sperrbereich eingerichtet, in dem sich niemand aufhalten darf. Demnach sollen Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr um 8 Uhr mit der Räumung des betroffenen Gebietes beginnen.

Betroffen von der Evakuierungsmaßnahme sind laut Stadt demnach folgende Bereiche:

  • Beethovenstraße 1 bis 26
  • Dillinger Straße 1 bis 61 (ungerade Hausnummern)
  • Dillinger Straße 2 bis 64 (gerade Hausnummern)
  • Dr.-Spang-Straße 1 bis 31
  • Dörrenbachstraße 3 bis 19 (ungerade Hausnummern)
  • Dörrenbachstraße 14 bis 16 (gerade Hausnummern)
  • Galgenheck 1 bis 37
  • Herrmann-Löns-Straße 1 bis 29
  • Jabacher Straße 1 bis 76 (ungerade Hausnummern)
  • Jabacher Straße 2 bis 56 (gerade Hausnummern)
  • Mozartstraße 1 bis 31
  • Pickardstraße 10 bis 28 (nur gerade Hausnummern)
  • Saarlouiser Straße 4 bis 56 (nur gerade Hausnummern)
  • Schubertstraße 1 bis 27
  • Schwarzenacker 3 bis 9 (nur gerade Hausnummern)
  • Weinheckstraße 1 bis 56 (komplett)

Stadt richtet Internetseite und Bürgertelefon für Betroffene ein

Die unmittelbar von der Sperrzone und der Evakuierung betroffenen Bürgerinnen und Bürger sollen demnach über Anwohneranschreiben informiert werden. Die Stadt will zudem während der Zeit der Evakuierung eine Aufenthaltsstelle in der Großsporthalle in der Dillinger Straße 65a einrichten. Diese soll demnach am Tag der Bombenentschärfung ab 7 Uhr geöffnet sein.

Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern, die jedoch nicht von der Evakuierungsmaßnahme betroffen sind, bittet die Stadt derweil um ein „luftschutzmäßiges“ Verhalten an diesem Tag. Sprich: Anwohner sollten ihre Häuser nicht verlassen sowie Fenster und Türen geschlossen halten. Zudem wird empfohlen, sich im Haus auf der zum Fundort abgewandten Seite aufzuhalten.

Die Stadt hat zudem eine spezielle Internetseite zum Bombenfund und der Evakuierung erstellt, auf der sie über die Entschärfungsmaßnahmen weiterhin informieren will. Auch werden dort wichtige Fragen und Antworten für Betroffene zusammengefasst. Zudem wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, um weitere offene Fragen zu klären. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ortspolizeibehörde sind laut Stadtverwaltung während der regulären Öffnungszeiten des Bürgerbüros (Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Dienstag zusätzlich 14 bis 16 Uhr und Donnerstag durchgehend von 8 bis 18 Uhr) telefonisch unter (06881) 59 123 zu erreichen. An Pfingstsamstag, 18. Mai, ist das Bürgertelefon von 8 Uhr bis 16 Uhr besetzt, am Tag der Evakuierung ab 7 Uhr.

„Wir sind dazu verpflichtet, die Bevölkerung zu schützen“

Lebachs Bürgermeister Brill appelliert vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung jetzt auch an die Lebacher Bevölkerung: „Wir sind uns bewusst, dass die Einrichtung der Sperrzone und die damit verbundene Evakuierung einen enormen Einschnitt in den Alltag und Tagesablauf bedeuten.“ Laut Brill genüge es jedoch nicht nur, um Verständnis zu bitten. „Wir sind dazu verpflichtet, die Bevölkerung zu schützen. Die Evakuierung ist unbedingt notwendig und hat klaren Vorrang vor individuellen Interessen. Sollte es tatsächlich zu einer Detonation kommen, könnten die dadurch ausgelöste Druckwelle, die Splitterwirkung und herabfallende Teile eine Gefährdung der Bevölkerung und der gesamten Infrastruktur, sprich der Versorgung mit Strom, Wasser und Gas darstellen“, warnt Brill.

Um eine mögliche Gefährdung von Lebacher Bürgerinnen und Bürger von vorneherein auszuschließen, aber auch mit Blick auf die Nähe zum örtlichen Schulzentrum habe sich die Stadt daher zusammen mit allen anderen Beteiligten dazu entschlossen, die Entschärfung am Pfingstsonntag durchzuführen und eine entsprechende Sperrzone einzurichten. „In dieser darf sich während der Entschärfung niemand aufhalten. Weder in Häusern noch auf Straßen, in Gärten oder freien Plätzen“, betont Brill.

Stadt Lebach verweist auf Möglichkeit von Zwangsräumung

Die Stadtverwaltung betont, dass bis zur Entschärfung der Bomben keine akute Gefahr für Anwohner bestehe. Gleichzeitig verweist die Stadt auf ihrer Internetseite aber auch auf die gesetzlichen Regelungen im saarländischen Polizeigesetz für eine solche Situation. Demnach können Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr betroffene Anwohner auch zwangsräumen, falls diese ihre Wohnung nicht freiwillig verlassen wollen.

Damit die geplante Evakuierung zügig erfolgen kann, fordert der Lebacher Bürgermeister alle betroffenen Anwohner auf, ihre Wohnungen freiwillig „rechtzeitig vor 8 Uhr am Pfingstsonntag“ zu verlassen. Erst wenn alle Menschen die Sperrzone verlassen haben, könne die eigentliche Entschärfung der Fliegerbomben beginnen. Diese werde demnach mehrere Stunden in Anspruch nehmen und vermutlich bis in den Nachmittag hinein dauern.

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