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Gift im Wasser
Zu viel Blei: Wasser nur aus Flaschen

Das Trinkwasser in der Stadt ist nicht betroffen.
Das Trinkwasser in der Stadt ist nicht betroffen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Lebach. In der städtischen Kita Lebach wurden erhöhte Blei-Werte festgestellt. Die Eltern sind informiert. Das übrige Trinkwasser in der Stadt ist nicht betroffen. Von Monika Kühn

In der städtischen Kindertagesstätte in Lebach in der Dillinger Straße wurde ein  erhöhter Bleiwert im Trinkwasser festgestellt. In einem Schreiben hat der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill die Eltern der Kita-Kinder darüber informiert und gleichzeitig vor Panikmache gewarnt. Bei einer Routineuntersuchung des Leitungswassers  in der Kindertagesstätte wurde festgestellt, dass das Wasser aufgrund erhöhter Bleiwerte derzeit keine Trinkwasserqualität besitze.


Das Leitungswasser in der Kita wird derzeit nicht als Trinkwasser oder für die Essenzubereitung genutzt. Mineralwasser und stilles Wasser in Flaschen stehen dafür zur Verfügung. Bis die Ursache gefunden und beseitigt ist, wird die Wasserversorgung in der Kindertagesstätte durch abgepacktes Wasser sichergestellt.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Trinkwasser in der ganzen Stadt kontrolliert. Das öffentliche Trinkwasserversorgungsnetz der Stadt Lebach ist nicht betroffen, heißt es aus dem Rathaus. Brill erklärte weiter, dass alle Proben in Ordnung gewesen seien.

Das bestätigte Arno Graf, der Leiter der Stadtwerke. Die Untersuchung des Trinkwassers unterliege einer strengen Kontrolle. Im Wasseruntersuchungsplan ist vorgeschrieben, dass pro Jahr 45 Proben an den Entnahmestellen gezogen werden müssen.  An der Hauptstelle im ehemaligen Maschinenhaus  in der Poststraße wird zum Beispiel monatlich kontrolliert, an den einzelnen Hochbehältern einmal im Quartal und nach an einem festen Plan an jeder Entnahmestelle in der Stadt und den Stadtteilen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Saarlouis ist informiert, es hat ein Labor beauftragt, das an allen Wasserentnahmestellen in der Einrichtung Proben entnommen hat. Das Wasser sei aber weiterhin zum Waschen der Hände und des Gesichts geeignet, heißt es in dem Rundschreiben an die Eltern, das der SZ vorliegt.



„Wir nehmen die Sache sehr ernst.“ Arno Graf weist in diesem Zusammenhang auf die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt hin. Das beauftragte Labor schicke die Ergebnisse der Routineuntersuchungen immer parallel an Gesundheitsamt und Stadtverwaltung.

Die Untersuchungen werden eine Woche dauern, ist sich Graf sicher. Anhand der Konzentration in den einzelnen Wasserproben könne dann herausgefiltert werden, wo der Herd der erhöhten Konzentration liege. Dies wird Stagnationsprüfung genannt.

Die Lebacher Kindertagesstätte wurde 2014 neu eröffnet. Es wurde an- und umgebaut. 120 Kinder besuchen derzeit die städtische Einrichtung. Der Hausanschluss wurde damals neu gemacht. Die erhöhte Bleikonzentration könnte noch von einer alten Leitung herrühren oder von einer Wasserentnahmestelle im Gebäude, die selten genutzt werde. Die Laborergebnisse müssen abgewartet werden, meinte Graf abschließend.

Auf Empfehlung des Gesundheitsamtes wurde zur Ursachensuche dafür ein Fachunternehmen beauftragt, weitere Wasserbeprobungen wurden angeordnet. Die Stadt Lebach sei bemüht, die Ursache schnellstmöglich zu finden und zu beseitigen, hieß es aus dem Rathaus.

Im Trinkwasser der Lebacher Kita wurden erhöhte Bleiwerte gemessen. Wasser zum Trinken und zur Essenzubereitung gibt es nur in Flaschen.
Im Trinkwasser der Lebacher Kita wurden erhöhte Bleiwerte gemessen. Wasser zum Trinken und zur Essenzubereitung gibt es nur in Flaschen. FOTO: Ruppenthal