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Blaue Katzenaugen verhindern Wildunfälle

Blaue Katzenaugen verhindern Wildunfälle

Blaue Katzenaugen sollen helfen, Wildunfälle zu vermeiden. Die beiden Lebacher Jagdgenossenschaften starteten die Initiative und installierten bis jetzt 250 Reflektoren. Mensch und Tier sollen dadurch geschützt werden.

. Abenddämmerung auf Tanneck: Ein junger Fahrer ist auf der Bundesstraße unterwegs, als von rechts ein Rehbock aus dem Wald springt. Ein lauter Schlag - dann Stille. Fahrer und Beifahrerin haben Glück, sie kommen mit dem Schrecken davon. Das Auto muss abgeschleppt werden, der Bock ist sofort tot.

Ein ähnliches Szenario erleben im Saarland jährlich rund 3000 Verkehrsteilnehmer. Deutschlandweit liegt der langjährige Durchschnittswert bei etwa 20 bis 25 Toten und circa 500 bis 700 Schwerverletzten nur durch Wildunfälle.

Um das Wild von der Fahrbahn fernzuhalten, haben die beiden Lebacher Jagdgenossenschaften kürzlich blaue Reflektoren an den Seitenleitpfosten installiert, beispielsweise auf der beschriebenen Bundesstraße 268 entlang des Krankenhauses in Richtung Schmelz, aber auch in der Verlängerung der Dillinger Straße Richtung Körprich sowie in der Trierer Straße.

Jagdgenosse Paul Bauer erklärt dazu: "Wir hatten im vergangenen Jahr einen starken Anstieg von Wildunfällen. Tiere kommen dabei ja immer zu Schaden, aber es sind immer auch Menschen, die materielle oder auch körperliche Schäden erleiden."

Aus diesem Grund, so Bauer, habe man sich innerhalb der beiden Jagdgenossenschaften darauf verständigt, schon in diesem Jahr rund 250 Reflektoren an besonders unfallträchtigen Streckenabschnitten zu installieren. Nach Genehmigung durch die Straßenbehörde wurden die Reflektoren in Eigenarbeit an den Streckenposten angebracht. Insgesamt rund 1000 Euro haben die Jagdgenossenschaften alleine für die Anschaffung investiert, die Arbeit nicht mit eingerechnet.

Die Farbe Blau, die in der Natur vergleichsweise selten vorkommt, signalisiert den Wildtieren Gefahr. Vieles deutet darauf hin, dass die Reflektoren tatsächlich von Nutzen sind. Bei einem Forschungsprojekt des ADAC sind innerhalb von zwei Jahren die Unfälle mit Wild um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.