| 20:33 Uhr

Stadtlauf Lebach
Begeisterung an der Strecke samt Rekord

Die Läufer gingen gemeinsam auf die Strecke.
Die Läufer gingen gemeinsam auf die Strecke. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Lebach. Knapp 600 Läufer waren beim Lebacher Stadtlauf am Start. Junger Mann aus Eritrea pulverisiert den Streckenrekord. Von David Benedyczuk

Im Schatten des Levobank-Gebäudes am Bitscher Platz in Lebach herrscht am Samstagabend reges Treiben. Viele Besucher des laufenden Stadtfestes ziehen dem Bierstand bis auf weiteres einen Platz entlang der Laufstrecke vor, um die Protagonisten, die in der milden Abendsonne ihre Kilometer abspulen, lautstark zu unterstützen. Um kurz nach 19 Uhr brandet besonders großer Applaus auf, denn hinter dem Führungsfahrrad rückt der strahlende Sieger beim 35. levoBank-Stadtlauf des TV Lebach ins Blickfeld der Zuschauermassen.


Die Ovationen hat sich Selama Amariam Estopia allemal verdient. Der Eritreer, der seit gut zwei Jahren in Deutschland lebt, brannte im Hauptlauf über zehn Kilometer eine beeindruckende neue Streckenbestmarke in den Asphalt. In 31:47 Minuten pulverisierte der 22-Jährige vom TV Alzey förmlich den alten Rekord, Estopia absolvierte die vier Runden über eine Minute schneller als der zuvor schnellste Läufer beim Lebacher Laufspektakel. Der hieß bis dato Philipp Stief. Der Lokalmatador hatte im Vorjahr beim erneuten Sieg in der Heimatstadt 32:51 Minuten benötigt. Diesmal wurde der 27-Jährige „nur“ Dritter, von Enttäuschung über den Verlust der Rekordmarke war Stief aber weit entfernt: „Bei so einer Leistung kann man einfach nur gratulieren“, sagte der Läufer vom LC Rehlingen. Seine Zeit: 33:09 Minuten: „Damit bin ich ganz zufrieden. 33 tief, für den Trainingsaufwand mit nur noch drei, vier Mal Training pro Woche ist das absolut okay“, so Stief, der lange mit Sammy Schu ein Verfolgerduo hinter Estopia gebildet hatte. Im Endspurt konnte er auch mit dem Lauf-Ass der LTF Marpingen nicht mehr mitgehen. Schu wurde wie im Vorjahr Zweiter – und war von seiner Zeit geradezu begeistert: „Das war super. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte eigentlich brutalen Muskelkater, weil ich unter der Woche im Training zu viele schnelle Sprints gemacht habe“, verriet Schu, der in 32:46 ebenfalls unter Stiefs altem Streckenrekord geblieben war. Neben der tollen Atmosphäre lobte der Tholeyer ebenfalls explizit die Leistung des Siegers: „Er hat ein anderes Talent“, räumte Schu ein und kündigte breit grinsend an, dass er den Abend dennoch bestens gelaunt ausklingen lassen werde: „Ich bin mit dem Fahrrad hier, da sind zwei, drei Bier ja durchaus drin.“ Und auch für Stief hatte sich die Rückkehr in seinen Geburtsort letztlich gelohnt: „Klar hätte ich Sammy gerne noch bekommen. Aber die beiden vorne waren heute stärker, das muss ich neidlos anerkennen. Es hat trotzdem Spaß gemacht. Die Atmosphäre hier ist immer super. Da ich aus Lebach stamme, kenne ich sehr viele Leute und versuche immer, hier dabei zu sein.“

Die Kulisse am Streckenrand sorgte auch bei den schnellsten Frauen des Hauptlaufs für Begeisterung: „Die Stimmung ist super. Es gibt nur wenige Abschnitte, auf denen wenig los ist. Für mich zählt der Stadtlauf zu den Top-Fünf der besten saarländischen Läufe“, sagte die drittplatzierte Sarah Kronberg (33). Was für sie als Lebacherin nicht anders sein kann, deckte sich mit der Einschätzung der Siegerin: „Ich wurde echt super angefeuert. Das macht dann nochmal umso mehr Spaß“, ver­riet Tanja Schmitt aus Losheim, die in 39:26 Minuten vier Minuten flotter war als bei ihrem Vorjahressieg.