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Stadtrat Lebach
Baumbestattung wird nun möglich

Auf dem Niedersaubacher Friedhof sollen demnächst Baumbestattungen möglich sein, auch eine Ruhebank wird aufgestellt.
Auf dem Niedersaubacher Friedhof sollen demnächst Baumbestattungen möglich sein, auch eine Ruhebank wird aufgestellt. FOTO: dpa/dpaweb / A3472 Frank May
Lebach. Baumbestattungen auf dem Niedersaubacher Friedhof sollen künftig möglich sein. Auch die Leichenhallen waren Thema im Stadtrat. Von Monika Kühn

Das Thema Friedhof und seine Gestaltung nahm breiten Raum in der jüngsten Sitzung des Lebacher Stadtrates ein. Es ging um die Leichenhalle in Landsweiler und um Baumbestattungen auf dem Niedersaubacher Friedhof. Das Friedhofsentwicklungskonzept sieht eine voll funktionierende Leichenhalle in jeder der drei Zonen im Stadtgebiet vor. Für Landsweiler, Eidenborn und Falscheid soll diese die Eidenborner Leichenhalle sein. Die Landsweiler Leichenhalle ist stark sanierungsbedürftig (wir berichteten). Der Verwaltungsvorschlag sah vor: Teilabriss mit Teilsanierung der Leichenhalle in Landsweiler. Dem widersprachen die Fraktionen. Diese hatten einen Vor-Ort-Termin mit dem Landsweiler Ortsrat wahrgenommen.


Fred Metschberger (FDP) plädierte dafür, die bestehende Einsegnungshalle zu erhalten, wenn Kühlanlagen ausfallen, dann sei das eben so, meinte er lakonisch. Bedenken gegen den Beschlussvorschlag hegte auch Rainer Fries für die CDU-Fraktion. Er fand die Kalkulation der Verwaltung zu hoch und bat um eine erneute Prüfung und genaue Kostenermittlung, speziell für das Dach. Dem schlossen sich auch Anna Schmidt (SPD) und Klaus Dieter Uhrhahn (GuD) an. Bürgermeister Klauspeter Brill verteidigte das Konzept. Die Verwaltung müsse die Wirtschaftlichkeit im Blick haben. Bauamtsleiter Michael Wagner erläuterte die Kostenkalkulation von über 270 000 Euro. Diese sind auf 40 Jahre angelegt. Der Landsweiler Ortsrat hatte eine eigene Kalkulation vorgelegt, die sich auf 106 000 Euro belief. In den Berechnungen des Bauamtes waren zum Beispiel der spätere Austausch der Fenster und Türen angegeben. Kosten also, die in den kommenden Jahren auf die Stadt zukommen könnten. Die Entscheidung wurde vertagt, die Verwaltung beauftragt, einen vergleichenden Vorschlag zu erarbeiten.

Für die SPD-Fraktion beantragte Anna Schmidt, Baumbestattungen auf dem Niedersaubacher Friedhof zuzulassen, wenn durch Bürgerinitiative keine Kosten auf die Stadt zukommen werden. Ortsvorsteher Hans Schmitz und sein Stellvertreter Werner Schmidt wollen dort einen Baum pflanzen und eine Ruhebank aufstellen. Das Friedhofsentwicklungskonzept sieht vor, den Niedersaubacher Friedhof um fast die Hälfte zu verkleinern. Wie dies aussehen sollte, soll mit dem Ortsrat abgesprochen werden.



Zu Beginn der Sitzung stellte Frank Pilger (Energis) ein Pilotprojekt vor, das in vier Kommunen laufen soll. Cyclo Media fährt für die Energis Netzgesellschaft alle Straßen im Stadtgebiet ab und fotografiert alle Lampen und Anlagen. Mit diesem aktuellen Stand sollen die bestehenden Daten abgeglichen werden und eine Konzept für die Straßenbeleuchtung erarbeitet werden. Die Planer können dank der 360-Grad-Aufnahmen dies am Schreibtisch tun, müssen nicht vor Ort. Der Stadt entstehen keine Kosten. Die Fahrzeuge sind gekennzeichnet. Die Daten werden nicht im Internet veröffentlicht, Gesichter und Nummernschilder werden verpixelt. Als Start ist die zweite/dritte Juliwoche geplant. Die Auswertung einer Straßenleuchte kostet Energis etwa einen Euro.

Hochwassergeschädigte können sich ans Lebacher Rathaus wenden. Brill erklärte, dass es keine abschließende Liste gebe. Es werde mit der saarländischen Landesregierung und dem Landkreis Saarlouis geklärt, ob und in welcher Weise betroffene Lebacher Haushalte unterstützt werden können. Zwischenzeitlich hat die Landesregierung Soforthilfen für Geschädigte beschlossen, die durch die Wetterereignisse in eine existenzbedrohende Notlage geraten sind. Diese können eine Soforthilfe beim Finanzministerium beantragen. Das Antragsformular und weitere Informationen sind im Internet erhältlich unter www.saarland.de/237008.htm. Die Formulare können im Rathaus abgegeben werden. Um weiteren Schäden durch Starkregen vorzubeugen, soll die Problematik mit dem Zweckverband Natura, den Kommunen und der Landwirtschaft gemeinsam erörtert und angegangen werden. Als Beispiel wurde genannt, dass Felder an Hanglagen wieder als Wiesen genutzt werden.