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Bald kann sie in ihr Zuhause zurück

Bald kann sie in ihr Zuhause zurück

Tholey/Sotzweiler. Mächtig ungeduldig ist die Familienbande. Sehnsüchtig warten sechs Mädchen und ihre Mama Dorothee Schäfer-Schneider auf den Tag, an dem sie ins Haus in Tholey wieder einziehen können. "Langsam wird es Zeit, dass wir raus kommen", sagt die 49-Jährige. Sie meint ihre Notunterkunft im Ortsteil Sotzweiler, das ehemalige Gebäude des Kindergartens Zwergenburg

Tholey/Sotzweiler. Mächtig ungeduldig ist die Familienbande. Sehnsüchtig warten sechs Mädchen und ihre Mama Dorothee Schäfer-Schneider auf den Tag, an dem sie ins Haus in Tholey wieder einziehen können. "Langsam wird es Zeit, dass wir raus kommen", sagt die 49-Jährige. Sie meint ihre Notunterkunft im Ortsteil Sotzweiler, das ehemalige Gebäude des Kindergartens Zwergenburg. Das stellte die Gemeindeverwaltung wenige Stunden nach der Brandkatastrophe in dem Tholeyer Haus bereit. Schäfer-Schneider ist bis heute überaus dankbar für die rasche Hilfe. Doch die großen Säle ließen den Kindern nur begrenzte Rückzugsmöglichkeiten. In ihrem Haus hat jedes der Kinder sein eigenes Reich. Und bald soll es so weit sein, können alle gemeinsam zurück. "Wenn ich vor dem Haus stehe, dann ist mir wieder zum Lachen zumute."

Alles war kaputt

Doch in dem von oben bis unten komplett renovierten Gebäude sind Handwerker noch bei der Arbeit. Im Erdgeschoss sind die Maler zugange. In der ersten Etage schuften Küchenmonteure. Michael Müller (26) aus Primstal installiert mit Kollegen die Einbauschränke mit roter Glanzfront. "Ja, alles war nach dem Feuer kaputt", berichtet Betreuerin Dorothee Schäfer-Schneider, die mit fünf Pflegekindern und eigener Tochter am 1. Dezember einziehen will. Ein Feuer im Dachstuhl war Auslöser. Löschwasser zerstörte viele Möbel in den darunter liegenden Räumen. Sogar die Böden mussten raus, Türen ausgetauscht, die Bäder komplett neu gemacht werden. Schaden: rund 200 000 Euro.

Noch herrscht reichlich Tohuwabohu. Dicke Staubschichten überziehen Möbel und gerettete Habseligkeiten. Aber Siegrid Ladwig (62) aus Alsweiler kümmert sich mit ihrem Team um die porentiefe Reinheit, bevor die Rasselbande wieder einzieht. Im vom Feuer verschont gebliebenen Anbau stapeln sich Spielzeug. Außerdem erinnert noch etwas an die hastige Flucht aus der Feuerhölle am 5. Januar: Der total vertrocknete Christbaum vom Vorjahr steht da. Mittlerweile kann die Mutti scherzen: "Meine Mädels meinten, wir sollten ihn golden ansprühen. Dann sieht er wieder aus wie neu."

In diesem Augenblick schneit unverhofft ihre Tante Elisabeth Stein (60) aus Thalexweiler herein. Beide fallen sich in die Arme. Und Stein staunt über die Fortschritte. Für Schäfer-Schneider steht fest: "Zu Weihnachten sind wir alle wieder daheim."