Ausstellung über Migration an der Theeltalschule Lebach

Ausstellung : Ausstellung: Migration in Deutschland

Nach Deutschland auswandern, das gibt es schon seit Jahrzehnten, zeigt die Schau in der Theeltalschule.

„Onkel Hasan und die Generation der Enkel“. Derart betitelt ist eine Ausstellung in der Lebacher Theeltalschule. Durch Texte, Bilder und Videos wird den Besuchern an 20 Info-Stationen das Leben und die Geschichte von Menschen verdeutlicht, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland emigrierten. Zudem thematisiert die Wanderausstellung die Vielfalt von Migration, zu der auch Flucht gehört. Aber auch der Alltag der Enkelgeneration ist aus deren Sicht anschaulich dargestellt und regt zum Nachdenken an. Dokumentiert ist zudem der lange Weg zu gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe in Deutschland.

Die Ausstellung, die erstmals in einer Schule zu sehen ist, kann noch bis Freitag, 28. Juni,  an Schultagen von 9 bis 16 Uhr im Multifunktionsraum 018 der Theeltalschule, Mottener Straße 52, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Organisiert wurde die Ausstellung gemeinschaftlich vom Bundesverband Netzwerke der Migrantenorganisationen (BV-Nemo.de), den Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit (Samo.fa), dem Haus Afrika und der Theeltalschule.

„Diese Ausstellung geht alle an, denn wir leben in unserer Schule und in der Stadt täglich Integration“, sagte Martina Scharfe, Leiterin der Theeltalschule, bei der Ausstellungseröffnung. Von den 270 Kindern, die in der Theeltalschule unterrichtet werden, hätten 70 Prozent einen Migrationshintergrund. „Die aktuelle Ausstellung ist auch unter pädagogischen Aspekten wichtig und soll den Unterricht in Gesellschaftswissenschaften sowie Geschichte ergänzen“, sagte Lamine Conté, Geschäftsführer im Saarbrücker Haus Afrika. „Aber auch für Erwachsene ist diese Ausstellung von besonderem Interesse“, ergänzte Dr. Wilfried Kruse. Er ist wissenschaftlicher Begleiter des Bundesmodellprojektes Samo.fa und gab Hinweise zum Konzept und zu Inhalten der Ausstellung, die 2015 erstmals in Dortmund gezeigt wurde. Demnach sind Dokumente über das Leben des 1964 ins Ruhrgebiet emigrierten türkischen Arbeiters Hasan die Basis für die Präsentation. Ergänzt werden die Exponate mit themenbezogenen Ausstellungstücken über das Leben der Enkelgenerationen von Emigranten.

„Die Besucher können sich so beispielsweise über die Themen Heimat, Religion, Arbeit, Diskriminierung und Situation der Emigrantenenkel in Deutschland informieren“, sagte  Kruse. „Unsere Stadt ist seit Jahrzehnten bekannt dafür, Menschen aus anderen Ländern immer wieder freundlich aufzunehmen“, sagte der Schirmherr der Ausstellung, Bürgermeister Klauspeter Brill. Er empfehle auch Schülern und Lehrern anderer Schulen, sich diese Ausstellung anzuschauen.

„Durch die Ausstellung wurde mir klar, dass ich meiner Schulkameradin Lara, die nicht gut Deutsch spricht, noch mehr im Unterricht helfen muss“, sagte Kiara-Marie Dann (12) besorgt. Alexandra Altamro aus Syrien lebt erst sieben Monaten in Deutschland. „Ich bin überrascht, wie viele Emigranten schon vor 60 Jahren nach Deutschland kamen“, sagt die Elfjährige gut verständlich in deutscher Sprache.

Zur Ausstellungseröffnung spielte die Trommel-Gruppe der Afrika-AG der Theeltalschule. Zudem war ein Faire-Trade-Verkaufsstand der Schule präsent.

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