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Blei im Wasser
Aufklärung hat oberste Priorität

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Das war kein leichter Gang für Bürgermeister Klauspeter Brill. Gleich zwei gravierende Versäumnisse einzugestehen, das fällt jedem schwer. Aber als Chef der Verwaltung steht er in der Verantwortung, egal, wer was verbockt hat. Und verbockt wurde einiges. Solche Fehler dürfen nicht passieren. Die Gesundheit anderer darf nicht, wenn auch unwissentlich, aufs Spiel gesetzt werden. Da ist der erste Schritt, die doppelte Meldung der Messwerte an Gesundheitsamt und Verwaltung, schon ein guter. Dass zwei Behörden gleichzeitig solche Grenzüberschreitungen übersehen, scheint unwahrscheinlich. Von Monika Kühn

Brill hatte in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass die Grenzwerte früher doch auch höher waren. Doch Grenzwert ist Grenzwert. Der Verweis auf früher hinkt. Vor 40 Jahren trugen Schweißer auch noch asbesthaltige Kleidung, Dächer wurden mit ebenfalls asbesthaltigen Platten gedeckt. Heute weiß man, dass das Sondermüll ist. Wir alle sind heute zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Da müssen nicht noch Dinge hinzukommen, die durch Kontrollen vermieden werden können. Es wird dauern, bis die Eltern wieder Vertrauen in die Behörde haben werden. Es kommt jetzt auf eine ehrliche Analyse und eine zügige Beseitigung der Schäden an.