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Anne Treib aus Lebach wurde als Vorbild-Unternehmerin ausgezeichnet

Unternehmerin in Lebach geehrt : Aus eins mach zwei mach drei

Die Lebacher Buchhändlerin Anne Treib ist erfolgreiche Unternehmerin und wurde als solche gerade ausgezeichnet.

Sie ist eine von vier saarländischen Selbstständigen, die gerade im Wirtschaftsministerium als Vorbild-Unternehmerin ausgezeichnet wurde: Anne Treib, Geschäftsführerin von „Anne Treib Buch & Papier“ in Lebach. Was bedeutet ihr die Auszeichnung? Treib fasst zusammen: „Auf der einen Seite macht es stolz, auf der anderen fallen mir die Auftritte in der Öffentlichkeit schwer. Aber es ist auch eine Bestätigung meiner Arbeit.“

Ja, ihre Arbeit. Darauf darf die 48-Jährige aus Lebach stolz sein. Anne Treib ist in Lebach bekannt. Und nicht erst, seit sie die Auszeichnung bekommen hat. Wer ihr Geschäft betritt, wird meist mit Namen begrüßt. Sie kennt die Kunden und die Kunden kennen sie. Auch wenn die verheiratete gelernte Buchhändlerin mittlerweile nicht mehr so oft im Geschäft ist. „Es gibt sehr viel zu tun, auch hinter den Kulissen“, verrät sie.

Die Lebacher Buchhändlerin Anne Treib ist seit fast 20 Jahren selbstständig. 2013 eröffnete sie in  der Fußgängerzone eine Buchhandlung, die 2017 um ein Café erweitert wurde. Foto: Dieter Lorig

Dass sie heute Buchhändlerin und nicht Bäckerin ist, hat sie einem Umstand zu verdanken, der damals nicht ganz einfach war. „Als ich mich zur Meisterprüfung angemeldet habe, bekam ich eine Mehlstauballergie. Zum Glück habe ich damals die Prüfung nicht gemacht“, erinnert sie sich. Allerdings schwingt etwas Wehmut mit, denn ihr ursprünglicher Beruf habe ihr sehr viel Spaß gemacht.

Als es darum ging, was sie stattdessen macht, war schnell klar, dass es etwas kaufmännisches sein müsse. Definitiv keine Bürotätigkeit. Und da sie schon immer gerne gelesen habe, begann sie mit 22 eine Ausbildung als Buchhändlerin in Wadern. Aus beruflichen Gründen verschlug es ihren Mann nach Speyer. Sie arbeitete dort auch in einer Buchhandlung. Als ihr Mann 2001 wieder zurück ins Saarland wollte, meinte es das Schicksal gut mit ihr: Eine andere Buchhandlung in Lebach musste aus gesundheitlichen Gründen schließen. Sie übernahm und öffnete im November 2001 ihre eigene Buchhandlung in der Marktstraße. Manche Lebacher erinnern sich sicher noch an das Geschäft an den Theel-Pavillons.

Sei sind Vorbildunternehmerinnen: Anne Treib (rechts) und Alexandra Blatt, die ein Büro für Kommunikationsdesign in Saarbrücken hat, wurden von Jürgen Barke, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, ausgezeichnet. Foto: Lichter

Und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. 2013 zog sie um an den Markt, wo sie bis heute ist. Hatte sie vorher nur eine Buchhandlung, kam auch hier wieder der Zufall ins Spiel. Denn damals gab es in Lebach noch ein Schreibwarengeschäft. „Die Inhaberin sprach mich an, ob wir uns nicht zusammentun. Ihr lag es wohl am Herzen, dass das Schreibwarenangebot in Lebach nicht ausstirbt“, erinnert sie sich. Nach einem Übergabe-Seminar wurde ihr geraten, es nicht zu tun, weil die frühere Chefin von da an bei ihr als Mitarbeiterin tätig sein sollte. „Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung. Ich hatte das Wissen im Buchhandel, sie hatte die Erfahrung im Schreibwarenhandel.“ Bis 2019 war die frühere Geschäftsinhaberin noch bei ihr als Mitarbeiterin beschäftigt. Jetzt ist sie in Rente.

Erst Buchhandel, dann  Schreibwaren und was danach? „Ja, da gab es tatsächlich noch die Idee, ein Bistro zu eröffnen. Die Leute treffen sich bei uns im Geschäft, bleiben stehen und unterhalten sich. Da kam die Idee, man könnte doch auch eine Tasse Kaffee anbieten.“ Eine Erweiterung des Geschäftes bot sich an, nebenan, aber da befand sich die Lebacher Tafel. „Und die wollte ich nicht aus ihren Räumen drängen“, berichtet sie.

Auch da fügte es sich zum Guten: Da die Tafel eine neue Bleibe fand, konnte sie im Mai 2017 das Bistro eröffnen. Und wer schon mal in Lebach bei ihr war, kann es bestätigen: das Bistro kommt an, oft ist kein Sitzplatz zu bekommen und aus einer Tasse Kaffee und Kuchen wurde ein Angebot, das auch einen Mittagstisch vorsieht. Und so schließt sich der Kreis zu ihrer Ausbildung. Denn leid getan hat es ihr schon, dass sie damals nicht als Bäckerin arbeiten konnte, denn sie hätte die Chance gehabt, den Laden zu übernehmen.

So kann sie heute alles miteinander verbinden. Und hat mittlerweile 20 Beschäftigte, im übrigen ist nur ein Mann als Buchhändler im Frauenteam. Und was hält sie von der Konkurrenz im Internet? Macht es ihr Angst? Treib wehrt ab: „Nein, es macht mir Kummer, aber es ist nicht existenzbedrohend.“ Sie bietet auf ihrer Homepage einen Bestellservice an. Täglich werden ihr Bücher geliefert. Für sie ist ganz wichtig, dass im Fachhandel die persönliche Beratung ganz oben steht und „das kann das Internet nicht bieten“.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Samstag von 8.30 Uhr bis 13 Uhr.