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Dialog Niedersaubach
An intakte Gemeinschaft anknüpfen

Niedersaubach. In der Modellregion Niedersaubach sollen Bürger auch im Alter unabhängig sein. Von Monika Kühn

Der Lebacher Stadtteil Niedersaubach soll eine von zwei bundesweiten Modellregionen werden (wir berichteten mehrfach). Ziel ist es, gesund und unabhängig im Alter zu leben und am besten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden. Nun soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Niedersaubach hat noch eine intakte Dorfgemeinschaft, daran müsse angeknüpft werden. Bei dem Modellvorhaben sollen Systeme und Dienstleistungen beispielhaft geplant und umgesetzt werden, die es älteren Menschen erlauben, so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben.


Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) stellte bei einer Pressekonferenz das Projekt „Invisa“ vor. Mit dieser Version einer intelligenten Vernetzung im Saarland hatte sich das AAL-Netzwerk („Alltagsunterstützende Assistenz-Lösungen“) mit Unterstützung des Landes-Wirtschaftsministeriums beim Bund um Fördermittel beworben – und den Zuschlag erhalten. 130 000 Euro wurden für die Machbarkeitsstudie bewilligt.

Das AAL-Netzwerk steht für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien einführen, um die Lebensqualität zu erhöhen. Initiator dieses Netzwerkes ist Wolfgang Langguth.



Wollen Menschen länger selbstständig und zu Hause leben, brauchen sie Sicherheit und Kommunikation, die Infrastruktur und die medizinische Versorgung müssen stimmen. Die Digitalisierung könne ein großer Segen sein, allerdings, so Langguths Devise, der „Computer muss den Menschen lehren und nicht der Mensch den Computer“. Es brauche einen Versorgungsmittelpunkt. Das könnte in Niedersaubach das Antoniusheim, aber auch ein Neubau sein. Dieser Mittelpunkt muss mit den Haushalten vernetzt sein, ebenso mit den Dienstleistern.

Die Studie soll nun herausfinden, wie dies genau aussehen soll, wie und wo Bedarf ist. Eine gute Anbindung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs ist ebenfalls wichtig, erklärte Pressesprecher Toni Bartz, der für die Stadt Lebach für dieses Projekt zuständig ist. Der ländliche Raum dürfe nicht abgehängt werden, meinte auch Bürgermeister Klauspeter Brill.

Die Studie soll zudem herausfinden, was benötigt wird. Eine Service- und Kommunikationsplattform muss geschaffen werden, wirtschaftliche Interessen berücksichtigt und das Ganze muss auf Nachhaltigkeit angelegt sein.

Zur Fragen der Finanzierung wies Barke darauf hin, dass zum Beispiel der Landkreis Saarlouis hohe Summen an Sozialkosten einspare, wenn Menschen nicht in Heimen untergebracht werden müssen. Auch müssten private Dienstleister beteiligt werden, wenn sie zum Beispiel Essen, Lebensmittel, Medikamente oder medizinische Leistungen liefern. Ohne Leihinvestitionen gehe es natürlich nicht, so der Staatssekretär. Das Projekt müsse auf Nachhaltigkeit angelegt sein.