An der katholischen Kirche in Lebach-Steinbach sind die Fenster kaputt

Kostenpflichtiger Inhalt: Kirche Steinbach St. Aloysius : Kirche in Not – Förderverein in Lebach Steinbach will helfen

Der Kirche St. Aloysius in Steinbach stehen umfangreiche Arbeiten bevor. Die Fenster gehen immer mehr kaputt. Doch noch fehlt Geld.

Der erste Eindruck trügt. Die katholische Pfarrkirche St. Aloysius in Steinbach ist in die Jahre gekommen. 106 Jahre ist sie mittlerweile alt, obwohl sie tatsächlich auf den ersten Blick nicht so aussieht. Von weitem fällt nicht wirklich auf, dass die Fenster in die Jahre gekommen sind. Vor allem die Rahmen aus Sandstein bröckeln und das nicht erst seit gestern.

Bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, wollen die, die sich der Kirche verbunden fühlen, reagieren und haben sich mit dem Thema schon intensiv beschäftigt. „Nach ersten Schätzungen rechnen wir mit Kosten von zirka 300 000 Euro. Ein Betrag, den die Kirche in Steinbach niemals aufbringen kann“, erzählt Rudi Fuchs, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderates Steinbach.

Die katholische Kirche in Steinbach, St. Aloysius, hier ein Blick ins Innere, zieht die Besucher durch ihren neobarocken Stil in ihren Bann. Foto: Jung

Deshalb wurde nun ein Förderverein gegründet. Und nicht nur das. „Wir wollen offensiv an das Thema rangehen, an die Öffentlichkeit und Presse“, sucht Fuchs nach Lösungen. Selbst wenn nach den Richtlinien der Kirche eine Bezuschussung der Maßnahme von 120 000 Euro möglich wäre, blieben immer noch Kosten, die die Kirche alleine nicht stemmen könne, weiß der frühere Pfarrer Ernst Theobald, um die Schwere der Aufgabe. Deshalb habe man einen Brief verfasst, in dem die wichtigsten Fakten dargestellt werden „Dieser Brief“, erzählt Fuchs, „geht an viele Vereine, Firmen, Institutionen, damit wollen wir möglichst viele auf den Zustand aufmerksam machen und hoffen so auf breite Hilfe und Unterstützung.“ Diese Hoffnung ist nicht ganz unbegründet, denn schon damals beim Bau der Kirche wurden die Fenster privat finanziert. Dies ist heute noch zu erkennen: auf jedem Fenster steht der Name oder Verein drauf, der gespendet hat.

Die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Ernst Theobald und Rudi Fuchs, sowie der Kassenwart, Herbert Jung, haben sich im Vorfeld kundig gemacht, was an Arbeiten zu tun sei und wie hoch die Kosten sind. „Allerdings ist es schwer, genau zu sagen, was auf uns zukommt. Zur Feststellung der Schäden muss ein Gutachter beauftragt werden. Alles hängt auch davon ab, ob die Fenster drin bleiben können. Falls nicht, würde das die Kosten erheblich steigern. Als Laie könnte man meinen, es reicht, wenn die Farbe auf dem Stein abgeschliffen wird. Es ist aber zu befürchten, dass der Stein unter der Farbe feucht ist und die Säulen nicht mehr ausgebessert werden können“, berichtet Fuchs.

Bei näherer Betrachtung erkennt man, dass an den Rahmen an den Fenstern der Sandstein bröckelt. Foto: Jung

Alle drei sind der Meinung, dass man jetzt reagieren müsse, und nicht erst, wenn etwas passiert sei. Heißt so viel wie, wenn etwas von oben nicht nur bröckelt, sondern sogar ein Stein runterfallen würde, wäre dies fatal. Und Fuchs geht noch weiter: „Wenn wir noch ein, zwei Jahre warten, kann es plötzlich heißen, dass die Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss, dem wollen wir entgegentreten.“

Das hält nicht mehr lang. Foto: Jung

Ein schwieriges Unterfangen, zumal die Umstrukturierung des Bistums Trier die Situation erschwert, da Lebach bis 2022 Großpfarrei werden soll. Bis dahin möchten die Steinbacher nicht nur die Gutachten haben, sondern im besten Falle auch in der ersten oder gar zweiten Bauphase sein und natürlich auch die ersten Gelder zusammen haben. Ein wesentlicher Teil der Schäden an den Fenstern wird durch die Verwendung eines sehr weichen Sandsteins von minderer Qualität und schon einigen schlecht ausgeführten Reparaturen verursacht. Auf einem Infoblatt steht: „Wird hier nicht bald gehandelt, werden noch größere Probleme hinsichtlich der Stabilität und damit der Sicherheit entstehen.“ Dazu komme, so das Ergebnis einer fachlichen Untersuchung, durch die umfangreichen Schäden an den Rahmen aus Sandstein sowie durch die Ermüdung des Bleies, die Sicherheit der Fenster zunehmend gefährdet ist.

Die Sicherheit der Fenster ist durch den an vielen Stellen bröckelnden Sandstein zunehmend gefährdet. Foto: Jung

Die Lage ist ernst aber nicht hoffnungslos, steht in den Gesichtern der Kirchenfreunde geschrieben. Sie hoffen, dass der Brief auf offene Ohren stößt und sich viele Menschen, die sich mit der Kirche verbunden fühlen, am Sonntag, 27. Oktober, nach der heiligen Messe um 8.30 Uhr, die Aufnahmeanträge für den Förderverein ausfüllen. Der Mitgliedsbeitrag kostet zwei Euro im Monat.

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