60 Jahre Landesaufnahmestelle in Lebach

Jubiläumsfeier : 60 Jahre Landesaufnahmestelle in Lebach

Seit 1959 fanden 350 000 Menschen aus allen Teilen der Welt Zuflucht in Lebach. Aktuell sind es 1200.

Feierstimmung herrschte am Samstag zwischen den Wohnblöcken der Landesaufnahmestelle in Lebach. Mit einem Kinderfest beging die dortige Caritas-Einrichtung ihren 60. Geburtstag.

Die Zahl ist beeindruckend: Bis heute war Lebach Durchgangsstation für 350 000 Menschen aller Altersstufen und Nationalitäten, stellte Birgit Kugel in ihrer Begrüßung dar. Die Direktorin des Diözesan-Caritasverbandes Trier verwies darauf, dass die Caritas ihnen soziale Begleitung, Beratung und Betreuung bietet. „Unsere Gesellschaft muss sich daran messen lassen“, sagte Kugel, „wie sie mit den Schwächsten umgeht“. Es gelte, weiterhin menschenfreundliche Aufnahme und Lebensbedingungen zu schaffen, „damit Fremde zu Freunden werden“.

„Vor dem Jahr 2015, da war die Landesaufnahmestelle oft umstritten“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans als Schirmherr. Diese Stelle brauche man eigentlich nicht, habe es immer wieder geheißen. Hans dankte „den Menschen, die diese Aufnahmestelle unterstützt haben“. Die Aktivitäten der Hilfsorganisationen bezeichnete er als „tragende Säule unserer sozialen Arbeit in Deutschland“. Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill sagte, er hoffe, „dass nach wie vor so viele Unterstützer da sind neben den Hauptamtlichen“.

Begonnen hatte alles 1959 mit dem Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik. Damit war auch das Saarland verpflichtet, Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten aufzunehmen, erklärte Helmut Selzer, Geschäftsführer der Caritas in der Landesaufnahmestelle. In den 70er und 80er Jahren folgten Flüchtlinge aus Vietnam und Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Später waren es Menschen aus den Krisenländern der Welt. Nach dem Fall der Mauer zählten auch Einwohner der ehemaligen DDR zu den Bewohnern der Lebacher Aufnahmestelle.

„Derzeit sind knapp 1200 Menschen hier“, sagte Selzer. Sie kommen aus 40 verschiedenen Nationen aus fast allen Teilen der Welt, – außer aus Südamerika. Etwa ein Drittel der 1200 Bewohner sind derzeit syrische Flüchtlinge und insgesamt rund 300 seien Kinder.

Etwa 60 Mitarbeiter kümmern sich um Anliegen von Familien und Einzelpersonen, die in der Landesaufnahmestelle leben. Drei wesentliche Einrichtungen sind der Migrationsdienst, die Kindertagesstätte St. Nikolaus und der Kinderhort Francesca Cabrini. In beiden Kindertageseinrichtungen werden täglich 170 Kinder gemeinsam betreut. Jeweils zur Hälfte einheimische Kinder sowie Nachwuchs von Migranten. Davon besuchen 110 Kinder im Alter von zwei Monaten bis sechs Jahren die insgesamt sechs Gruppen der Kindertagesstätte. Im Kinderhort werden 60 Schulkinder allgemeinbildender Schulen im Alter von sechs bis 14 Jahren betreut.

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