3092 potenzielle Lebensretter

Dillingen. Sie kamen aus Dillingen, Nalbach und Schmelz, aus Rehlingen-Siersburg, Lebach und Merzig, aus Saarbrücken, Homburg, Spiesen-Elversberg und St. Ingbert - 3092 Menschen haben sich gestern in der Dillinger Stadthalle typisieren lassen. Sie sind jetzt mögliche Stammzell-Spender und damit Lebensretter

Dillingen. Sie kamen aus Dillingen, Nalbach und Schmelz, aus Rehlingen-Siersburg, Lebach und Merzig, aus Saarbrücken, Homburg, Spiesen-Elversberg und St. Ingbert - 3092 Menschen haben sich gestern in der Dillinger Stadthalle typisieren lassen. Sie sind jetzt mögliche Stammzell-Spender und damit Lebensretter. "Das sind unheimlich viele", meint Barbara Meirich von der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei erstaunt. Meirich: "Wir haben mit der Hälfte gerechnet."Susanne Heisel aus Niedaltdorf ist eine der Spenderinnen. Die 19-jährige Bankkauffrau hat durch Medienberichte von der Aktion erfahren. "Ich wusste vorher gar nicht, dass man so etwas machen kann", sagt sie. Jetzt ließ sie sich nicht nur typisieren. Die Niedaltdorferin spendete auch gleich noch die 50 Euro, die ihre Typisierung die DKMS kostet. So großzügig waren viele an diesem Tag. Insgesamt hat die DKMS 24 315 Euro Spenden eingenommen, so viel wie für rund 486 Typisierungen. Barbara Meirich von der DKMS ist beeindruckt "Das ist eine riesige Stange Geld", sagt sie. Einsatz ganz anderer Art hat Silke Marbert aus Thalexweiler gezeigt. Die 34-Jährige arbeitet bei Rossmann in Lebach. Dort kam sie mit einer Stammkundin ins Gespräch, die für die Typisierungsaktion geworben hat. "Leider konnten wir ihren Flyer nicht im Geschäft aushängen. Da habe ich ihr angeboten, dass ich das Plakat in mein Auto hänge. So stand die Information auch die ganze Zeit vor dem Laden", berichtet sie. Dass sie sich selber typisieren ließ, war Ehrensache. Von dem Engagement der Leute ist Daniela Schlosser, Schwester von Stefan Schlosser, überwältigt. Vor allem von dem der Handballfreunde, von denen sich viele typisieren ließen. "Die HG Saarlouis kam mit zwei Mannschaften, der HC Diefflen, die St. Ingberter Handballer - aus jedem Verein war jemand da", berichtet sie. Dazu gehört auch Jonas Amore aus Diefflen. Der 17-Jährige spielt gemeinsam mit Stefan Schlosser in der 2. Herrenmannschaft der HC Diefflen. Das ganze Team hat sich gestern typisieren lassen. Warum, versteht sich von selbst. Amore: "Wir hoffen einfach, dass wir für Stefan einen Spender finden." Dass so viele Menschen in der Spenderdatei der DKMS registriert werden konnten, ist auch den rund 150 Helfern zu verdanken. Daniela Schlosser: "Alle haben super mitgemacht."

Auf einen BlickDie DKMS ist weiter auf Spenden angewiesen, denn jede Typisierung kostet 50 Euro. Das Spendenkonto für die Typisierungsaktion bei der Kreissparkasse Saarlouis lautet 6 266 704, Bankleitzahl: 59 350 110. Wer die Typisierung gestern verpasst hat, kann bei der DKMS Wattestäbchen bestellen, um sich selbst Speichelproben zu entnehmen. Mehr Infos gibt es bei der DKMS, Tel. (07071) 94 30 oder im Internet. dög