Feuerwehr Lebach : Wie aus der Festschrift ein Buch wurde

Martin Hell und Michael Seifert haben 150 Jahre Feuerwehr Lebach zusammengefasst, mit professioneller Hilfe.

Wie entstand die Idee zum Buch?

Martin Hell: Am Anfang stand eine Chronik im Raum: 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr. Wir wollten aber nicht eine weitere der üblichen Festschriften - davon haben wir mittlerweile fünf - seit 1929. Wir haben sehr viele Unterlagen vor allem im Archiv der Stadt Lebach gefunden. Albert Wagner hat dort vor Jahren die vom Hochwasser beschädigten Unterlagen gesichtet. Dank seiner Arbeit haben wir einen reichen und für uns überraschenden Fundus, auf den wir zurückgreifen können.

Wie gingen Sie dann vor?

Michael Seifert: Da wir doch noch eine Festschrift verfassen wollten, haben wir uns professionelle Hilfe geholt. Professor Ivica Maksimovic berät uns - das ist eine Art der Wertschätzung der Feuerwehr und sein Dank an Lebach, das ihm als Flüchtling Anfang der 60er Jahre eine Heimat gab. Er ist für das Design verantwortlich. Wir für den Inhalt.

Maksimovic ist beim ersten Zusammentreffen durch unsere Feuerwache gegangen, hat Dinge wieder entdeckt, die wir schon gar nicht mehr sehen. Nach der Begegnung war klar, das wird mehr als eine Festschrift, das wird ein Buch. Parallel dazu wird auch ein umfangreiches Info-Heft zu diesem Ereignis erscheinen.

Welche Themen werden im Buch behandelt?

Hell: Bei Professor Maksimovic muss alles einen Mehrwert haben. Das Buch soll nicht nur für Feuerwehrleute spannend sein. Der Mehrwert drückt sich im Logo 112 und 150 sowie im Titel „112/150 wenn’s brenzlig wird“ aus. Die Notrufnummer steht also bereits im Titel, ein hilfreicher Mehrwert. Im Notfall könnte das Buch auch als Brandlöscher benutzt werden, ein weiterer Mehrwert. Von Maksimovic kam auch die Idee des Vor- und Ausblickes. Die Geschichte der Entstehung des Feuers und wie die Feuerwehr der Zukunft aussehen könnte.

Warum heißt die Wehr Freiwillige Feuerwehr Lebach?

Hell: Ja, das ist schon spannend. Heute ist das eine Selbstverständlichkeit; muss aber nicht so sein. 1869 wurde die freiwillige Feuerlösch-Compagnie gegründet, spätestens im Oktober 1899 heißt sie dann freiwillige Feuerwehr, aber erst 1908 wurde sie offiziell als solche anerkannt. Die Gründer wollten weg von der Gängelung der preußischen Pflichtfeuerwehr - und haben sich parallel zu der gegründet. Bis sie offiziell anerkannt waren, war es ein weiter Weg und viele Anforderungen mussten erfüllt sein. Erst ab da war die Freiwillige Feuerwehr ein offizieller Teil der Gemeinde. Im Prinzip gelten diese Anforderungen bis heute.

Wie ist das Buch zu lesen?

Seifert: Es ist kein Buch, das von vorne nach hinten gelesen werden muss. Es ist in Kapitel unterteilt, die jeweils abgeschlossen sind, also ein Thema behandeln. Ich kann ein Kapitel lesen, das Buch wieder weglegen, ohne den Faden zu verlieren. Ein Kapitel, wir nennen es Textbaustein, behandelt die Entwicklung des heutigen Löschbezirksführers als Verantwortlicher der Feuerwehr. Die ersten Titel haben haben militärischen und preußischen Ursprung.

erscheint am Freitag, 14. Juni, und wird über den Buchhandel vertrieben.

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