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Landkreis Saarlouis zu Notbetreuung in Kita, Krippe und weiterführenden Schulen

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Pandemie : Noch freie Kapazitäten in der Notbetreuung

Etwa 30 Prozent der Notbetreuungsplätze an Krippen und Kitas im Landkreis Saarlouis sind derzeit belegt.

Die Zahl der Krippen- und Kindergartenkinder, die derzeit in einer Notbetreuung im Kreis Saarlouis sind, hat sich im Vergleich zu der von vor rund einem Monat nur wenig verändert. Waren es Ende März 388, wurden aktuell durch die Clearingstelle im Kreisjugendamt 391 Fälle positiv beschieden. Das berichtete Ralf Weber, Jugendhilfeplaner beim Landkreis, am Freitag auf SZ-Anfrage (Stand Donnerstagnachmittag, 23. April). Darüber hinaus, so seine Statistik, gab es 76 Absagen.

Insgesamt gibt derzeit im Landkreis 7528 genehmigte Plätze, davon 1350 Krippen- und 6178 Kitaplätze. Das sind freilich die Zahlen für „normale“ Zeiten. Die haben wir aber gerade nicht: Coronabedingt müssen derzeit die meisten Kinder daheim bleiben, nur in bestimmten Fällen ist eine Notbetreuung möglich. Und für diese stehen nach Information des Kreises nach der bisherigen Regelung (maximal drei Gruppen pro Standort mit maximal fünf Kindern) insgesamt 1275 Notbetreuungsplätze zur Verfügung.

Schaut man sich die tatsächlich in Anspruch genommene Zahl an, so sieht man: Es gibt im Krippen- und Kita-Bereich (und erst recht im Bereich der weiterführenden Schulen, siehe Info-Kasten) noch reichlich freie Kapazitäten. Woran liegt es? Laut Ralf Weber suchen viele Eltern im Falle des Falles nach privaten Betreuungsmöglichkeiten, andererseits hätten viele den Wunsch, die Kinder wegen der schwierigen Situation „in der eigenen Häuslichkeit“ zu betreuen, sie arbeiten nun selbst von zu Hause.

Ein weiterer Punkt ist auch die, so Weber, „intensive“ Beratung durch die Clearingstelle. Hierdurch ließen sich oft Lösungen jenseits der Notbetreuung finden, es gebe im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber unterschiedliche Möglichkeiten – von der Freistellung bis zum Homeoffice. „Die Eltern sind froh darüber.“ 115 Anträge wurden bisher nach solch einer Beratung zurückgezogen, erzählt Weber.

Ein Blick in die Zukunft? „Ich gehe davon aus, dass die Betreuungszahlen ansteigen werden“, sagt Weber. Je mehr Lockerungen es in Sachen Corona-Reglementierung gebe, desto mehr Bedarf erwachse auch. Denn nun nähmen mehr und mehr Menschen wieder eine Beschäftigung auf.

„Die Gruppe derer, die Betreuung nachgewiesenermaßen und verständlicherweise braucht, wird größer.“ Er zählt als Beispiel Lehrer auf, außerdem Mitarbeiter im nun wieder anlaufenden Einzelhandel oder etwa auch Menschen, die im Transportwesen tätig sind. Anfänglich hatten in Sachen „Systemrelevanz“ vor allem klassische Berufsgruppen im Fokus gestanden: Menschen, die im medizinischen oder pflegerischen Dienst, bei der Polizei, im Rettungsdienst oder etwa in der Lebensmittelversorgung tätig sind.

Beim SZ-Besuch im Krisenstab des Landkreises kürzlich (die SZ berichtete) hieß es, dass bei der Notbetreuung das Ministerium die Vorgaben gelockert habe, deswegen könnten mehr Eltern diese nutzen. Vor allem bei Härtefällen, also Alleinerziehenden und Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, könne man Anträge nun „großzügiger annehmen“, erklärte Landrat Patrik Lauer; auch dürfen nun Kinder in die Notbetreuungen, bei denen nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet.

Und wie lange müssen Eltern warten, bis sie wissen, ob es mit der Notbetreuung für ihren Nachwuchs klappt? Vom Antrag bis zur ersten Entscheidung dauere es normalerweise etwa 24, bei weitergehenden Fällen auch mal 48 Stunden, erzählt Weber im Gespräch mit der SZ. Drei Mitarbeiter des Jugendamtes gehen ihm zufolge die Anträge durch.