1. Saarland
  2. Saarlouis

Kreis Saarlouis hat unterschiedliche Preise für Wasser

Nebenkostenabrechnung : Wasser ist uns lieb und hier und da teuer

Die Preise in den einzelnen Kommunen gestalten sich jedoch unterschiedlich. Die SZ hat bei den Städten und Gemeinden im Landkreis nachgefragt.

In diesen Wochen erhalten Mieter wie Immobilien-Besitzer ihre jährlichen Nebenkostenabrechnungen. Dabei ist die Position „Warm- und Kaltwasser/Abwasser“ oft ein wichtiger Kostenfaktor. Die Preise der kommunalen Versorger im Landkreis sind durchaus unterschiedlich, wie eine Umfrage der Saarbrücker Zeitung zeigt.

Beim Abwasser liegen die Preise je Kubikmeter bei etwa 3,50 Euro im Schnitt. Dabei reicht die Spanne von 2,54 Euro (Überherrn) und 2,68 in Rehlingen-Siersburg bis zu 4,55 (Schwalbach) und 4,60 (Wadgassen). In einzelnen Kommunen kommt zu diesem Arbeitspreis noch ein monatlicher Grundpreis dazu, der etwa in Rehlingen-Siersburg 7,25 Euro beträgt. Schon daher sind die Preise nicht einfach miteinander vergleichbar. Relativ günstig schneiden die Städte Saarlouis (3,09) und Dillingen (3,03) ab. Hinzu kommt überall das Niederschlagswasser, das nach Quadratmeter überbauter oder versiegelter Grundstücksfläche berechnet wird. Hier beträgt die Bandbreite 45 Cent in Schmelz bis zu 90 Cent (Bous/Lebach) je Quadratmeter.

Während das Abwasser als Gebühr erhoben wird, unterliegt der Preis für das Frischwasser der Mehrwertsteuer, die mit sieben Prozent (2020 wegen der Corona-Hilfen mit fünf Prozent) veranschlagt wird. Die Bruttopreise liegen zwischen 1,50 Euro (Bous/Schwalbach) und 2,25 in Überherrn beziehungsweise 2,34 in Schmelz. Auffallend ist, dass Überherrn den niedrigsten Abwasserpreis, beim Frischwasser aber den zweithöchsten Preis berechnet. Für die Belastung des Bürgers ist also letztlich die Summe der verschiedenen Einzelpreise relevant. Zudem wird beim Frischwasser neben dem Arbeitspreis überall ein monatlicher Grundpreis von 11,56 in Rehlingen-Siersburg bis zu zirka 16 oder 17 Euro in Dillingen und Saarlouis erhoben.

Die Preisdifferenzen sind in der Regel von unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen Kommunen bestimmt. Für das Abwasser sind meist Eigenbetriebe, etwa in Dillingen, Ensdorf, Schmelz und Wadgassen oder Zweckverbände wie der Abwasserzweckverband Überherrn zuständig. Die Trinkwasserversorgung erfolgt teils ebenfalls über Zweckverbände wie den Wasserzweckverband der Gemeinde Nalbach oder den Wasserleitungszweckverband „Gau-Süd“ in Wallerfangen, der auch den Ortsteil Niedaltdorf der Gemeinde Rehlingen-Siersburg versorgt. Oft sind es aber auch städtische Gesellschaften wie die Stadtwerke Saarlouis, Lebach oder Dillingen.

Eine gemeinsame Gesellschaft mit dem Saarbrücker Versorger energis GmbH bei kommunaler Mehrheitsbeteiligung haben die Gemeinden Rehlingen-Siersburg (TWRS) und Saarwellingen (WWS GmbH) gegründet. Während die WWS nur für die Wasserversorgung zuständig ist, sind es bei den TWRS sowohl Ver- als auch Entsorgungs-Aufgaben. Allein schon die verschiedenen Organisationsformen bedingen unterschiedliche Personal- und Kostenstrukturen. Beim Preis spielt jedoch ein anderer Faktor eine weitaus wichtigere Rolle. Nach Angaben der Stadtwerke Dillingen stellen die operativen Kosten nur etwa zwanzig Prozent dar, während die Fixkosten der technischen Infrastruktur für 80 Prozent ausschlaggebend sind.

Dazu gehören die komplexe Grundwassergewinnung und -Aufbereitung als Trinkwasser, die Ausdehnung und Größe des Wassernetzes sowie notwendige Investitionen zur Erhaltung und Erneuerung des Netzes. Hierbei spielt natürlich die geografische Beschaffenheit (städtisch oder ländlich geprägt) ebenso eine Rolle wie die Topografie (ob große Höhenunterschiede zu bewältigen sind). Gemeinden wie Wallerfangen oder Rehlingen-Siersburg haben ganz andere Strukturen als etwa Dillingen und Saarlouis. Während die Abwassergebühren in den beiden Städten vergleichsweise günstig ausfallen, liegt die Gebühr in ländlich geprägten Kommunen mit vielen Ortsteilen und entsprechend langen Kanalnetzen meist deutlich höher.

Fakt ist jedoch auch, dass die Ver- und Entsorger gesetzlich verpflichtet sind, kostendeckend zu arbeiten, gleichzeitig aber keine Gewinne erwirtschaften dürfen. Daher dreht sich auch die Gebührenspirale nicht immer nur nach oben. Anpassungen nach unten hat es durchaus schon gegeben. So hat der Abwasserzweckverband der Gemeinde Nalbach die Abwassergebühr vor zwei Jahren um 30 Cent gesenkt, „da die Bilanzen und Kalkulationen das hergaben“. Und der Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Dillingen senkte zum 1. Januar 2020 die Gebühren, „da er keinen Gewinn erwirtschaften darf“. Zwei Beispiele von mehreren Fällen.

Andere Kommunen wie etwa Wallerfangen weisen darauf hin, „dass der überwiegende Teil der Abwassergebühr (3,05 von 4,30 Euro) unmittelbar an den EVS durchzuleiten ist und hier kein Gemeinderat eine Einflussmöglichkeit hat“. In der Abwassergebührenhöhensatzung der Kreisstadt werden daher die Gebührensätze gesplittet: 86 Cent innerörtliche Gebühr sowie 2,23 Euro überörtliche Schmutzwasser-Gebühr als Anteil des Entsorgungsverbands Saar (EVS).

Und noch etwas gibt es zu beachten: In allen Gemeinden im Landkreis können gegen eine Grundgebühr sogenannte Gartenzähler installiert werden. Diese erfassen das Wasser, das der Haushalt zur Bewässerung des Gartens oder Vorgartens verbraucht. Dafür fällt dann keine Abwassergebühr an, da das über den Zähler erfasste Wasser ja nicht ins Kanalnetz gelangt, sondern wieder zurück in den Boden sickert. Für Haus- und Gartenbesitzer eine Möglichkeit, die Abwasserkosten zu reduzieren.