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Kreis Saarlouis: Gute Kirschenernte in dieser Saison

Gute Ernte im Kreis Saarlouis : In diesem Sommer ist gut Kirschen essen

Die auffallend gute Kirschenernte erfreut die Obstbauern und Hobby-Gärtner im Kreis Saarlouis. Keine Rekordernte, aber sehr gute Qualität.

Die Kirschenernte ist in diesem Jahr so groß wie lange nicht. Die Obstbauern und Hobby-Gärtner sehen im Blattwerk ihrer Bäume fast nur noch das Rot der Kirschen. Von einer neuen Rekordernte wollen sie aber trotzdem nicht sprechen.

„Die Ernte ist sehr, sehr gut, aber nicht unbedingt rekordverdächtig“, sagt etwa der 37-jährige Wolfhard Reimringer. Er ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins in Hemmersdorf und bewirtschaftet dort mit seinem Schwiegervater Herbert Jacob einen 30 Ar großen Garten. Während Jacob sich vor allem um das Gemüse kümmert, sorgt Reimringer für die 20 Obstbäume im Garten. Dazu kommen noch drei Streuobstwiesen mit hundert weiteren Obstbäumen. „In erster Linie sind es Äpfel, aber auch Mirabellen und Mispeln“, erzählt er in dem wunderschönen Bauerngarten, „nur hier stehen vier Kirschbäume.“

Während es bei Äpfeln „eher durchwachsen“ aussieht, sei der Ertrag der Kirschen sehr gut, sagt er. Auffallend sei vor allem, dass anders als in den Vorjahren keine Schädlinge zu finden sind. Das Wetter im Frühjahr mit milden Temperaturen sei ideal gewesen, berichtet Reimringer. Zudem hätten die Bäume „Kraft aufgespart“, nachdem 2019 durch den Frühjahrs-Frost viele Blüten abgestorben seien. „Viele Bäume tragen ohnehin im Zwei-Jahres-Rhythmus“, weiß Wolfhard Reimringer.

Peter Metzdorf ist seit 19 Jahren Vorsitzender des Kreisverbandes Saarlouis im Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz. Der 74-Jährige bestätigt die Einschätzung seines jüngeren Kollegen: „Das Wetter in diesem Jahr war ideal, erst die milden Temperaturen in der Blütezeit, dann weitgehend trocken, das mögen die Kirschen“. Und für den Schädling Kirschessigfliege war es zu warm, sagt Metzdorf.

Daher sei die Ernte in den Kreisen Saarlouis und Merzig „sicherlich hervorragend, auffallend gut sowohl im Ertrag wie im Gesundheitszustand“. Eine Rekordernte sei es aber wohl nicht, schätzt Metzdorf aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung. Statistische Erfassungen der Erntemengen gebe es hierzulande aber nicht. Zu der üppigen Ernte habe auch die Pflege der Obst- und Gartenbauer beigetragen, die verstärkt resistente Sorten angebaut hätten. Kirschbäume seien „generell sehr empfindlich“, Pflege und der fachgerechte Schnitt daher besonders wichtig.

Anders als in der Region Merzig überwiegt im Kreis Saarlouis die private Verarbeitung, nur ein geringer Teil der Ernte gehe in den Handel oder in die Schnaps-Brennereien. „Ich habe schon fleißig Marmelade gekocht und eingeweckt“, erzählt seine Frau. An Kinder und Enkel, Freunde und Nachbarn habe man zudem Kirschen verschenkt. Die gestiegenen Preise für das Obst auf Märkten und im Einzelhandel seien vor allem durch die während der Corona-Krise geringeren Importe aus Südeuropa und Übersee bedingt, erklärt Peter Metzdorf. Gleichzeitig sei beim Verbraucher das Interesse an Obst aus heimischem Anbau gestiegen. „Es wird wieder mehr auf Qualität geachtet“, hat er beobachtet. Der zunehmend biologische Anbau bedeute zwar höhere Kosten, aber auch eine bessere Qualität.