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Komische Szenen einer Ehe

Komische Szenen einer Ehe

Saarbrücken/Wadgassen. "Soll die Zweierbeziehung funktionieren, darf sie nur nach einer Seite hin offen sein, nach der Seite des Mannes. Denn falls die Beziehung nach beiden Seiten geöffnet wird, entsteht - Durchzug," zitiert Silvia Bervingas die Autoren Dario Fo und Franca Rame

Saarbrücken/Wadgassen. "Soll die Zweierbeziehung funktionieren, darf sie nur nach einer Seite hin offen sein, nach der Seite des Mannes. Denn falls die Beziehung nach beiden Seiten geöffnet wird, entsteht - Durchzug," zitiert Silvia Bervingas die Autoren Dario Fo und Franca Rame. Ein Schlüsselsatz im Erfolgsstück der 80er Jahre, "Offene Zweierbeziehung", das die Schauspieler Silvia Bervingas (als Antonia) und Dieter Hofmann (Giovanni) am 28. Januar im Theater im Viertel erstmals aufführen. Für beide ist es auch eine persönliche Premiere, denn Bervingas und Hofmann stehen zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. "Ich habe einen traumhaften Partner", gesteht Bervingas. "Wir haben einfach angefangen zu proben, sozusagen aus dem Bauch heraus", erzählt sie, und beide waren überrascht, wie sehr sie auf einer Wellenlänge liegen. "Wir haben das Stück unabhängig voneinander studiert und festgestellt, dass uns die gleichen Stellen wichtig waren", ergänzt Dieter Hofmann. Auch was den Schluss des Stückes anbelangt. Da waren sich Bervingas und Hofmann sehr schnell einig, dass sie den offen lassen wollen, dem Zuschauer Raum geben möchten für eigene Fantasien, wie sich diese Beziehung weiterentwickelt. Hofmanns Faszination für das Stück und dessen Thematik reicht ins Jahr 1996 zurück. Da stand "Offene Zweierbeziehung" auf dem Spielplan des Theaters in der Cristallerie in Wadgassen, damals lernte Hofmann als Regieassistent das Stück kennen und lieben. "Ich war fasziniert vom Kampf der Geschlechter, von den witzigen Dialogen mit durchaus ernstem Hintergrund", erinnert sich Hofmann, der etwa zur gleichen Zeit ins professionelle Schauspiellager wechselte, lange Zeit als Statist am Staatstheater arbeitete und in den vergangenen Jahren eine Reihe von Produktionen zusammen mit Gabriele Bernstein auf die Bühne brachte. Hofmann kann sich gut in die Sichtweise Giovannis hineinversetzen, der "intime Begegnungen braucht wie einen Saunabesuch", dann aber austickt, wenn die Ehefrau sich einen Liebhaber anlacht. Seine Bühnenpartnerin Silvia Bervingas, seit kurzem wieder verheiratet, ist begeistert von der Lebendigkeit der Handlung und den vielen Gestaltungsmöglichkeiten des Stücks. "Die Rolle der Antonia eröffnet mir die Möglichkeit, nach meiner langen schweren Erkrankung meine neu gewonnene Lust am Spielen und am Leben auszudrücken." Premiere ist am heutigen Donnerstag, 28. Januar, um 20 Uhr im Theater im Viertel (Nauwieser Straße), Saarbrücken. Weitere Vorstellungen: 30. Januar, 5. Februar, 6. Februar, jeweils 20 Uhr.Karten: Telefon (06 81) 3 90 46 02. "Ich war fasziniert vom Kampf der Geschlechter." Dieter Hoffmann