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Unsere Woche
Münchhausen-Ordengibt es hier nicht

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Bislang ist in Deutschland noch keine politische oder sonstige Institution auf die Idee gekommen, folgende Auszeichnung (neudeutsch: „Award“) zu vergeben: Den „Nicht-richtig-berichtet-Preis“. Herr Trump von drüben hat es getan diese Woche. Hat einige Medien abgewatscht, die 2017 „Fake News“ verbreitet hätten. Muss eine unglaublich bedeutende Sache sein, denn „alternative Fakten“ hat es bei uns gerade zum Unwort des Jahres gebracht.

Wie seinerzeit 2014, als „Lügenpresse“ gewählt (und einigen Deppen zu viel Ehre angetan) wurde, ist mir das zu sehr Nabelschau der Medienmacher. „Bio-Deutsche“ für vermeintlich echte Germanen oder „Shuttle-Service“ aus einer CSU-Politiker-Rede zu Schlauchbooten auf dem Mittelmeer und ähnliche Entgleisungen sollten stattdessen in der ersten Reihe an den Sprachpranger gestellt werden.



Fakten oder Wahrheit dagegen entziehen sich der Diskussion. Beides steht für „Das ist so“. Meistens geht es denn auch um Einschätzungen und Meinungen, wenn gestritten wird. Wir nehmen es daher als gutes Zeichen, dass der oben angesprochene (ich nenn ihn mal nach einem bekannten Lügenbaron so) „Münchhausen-Orden“ von keinem Orts- oder Gemeinde- und Stadtrat vergeben wird, aus dem Kreistag nichts davon zu hören ist, und sich die Landtagsabgeordneten und -präsident beherrschen können. Scheint einigermaßen zu klappen mit den Tatsachen.