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Wochenkolumne
Mitmachen muss man mögen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Mitmachangebote. Für mich einer dieser Ausdrücke wie die Voranmeldung (als würde die Nachanmeldung was bringen) oder die Interessierten, die eingeladen werden (habe mir ernsthaft vorgenommen, endlich mal was für die Desinteressierten zu machen). Also: Angebote sind eigentlich dafür da, etwas wahrnehmen zu können oder eben nicht. Sonst wären es ja Verpflichtungen.

Aber nett ist es meist gemeint: Ihr könnt dabei nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. Altes Handwerk ausprobieren, Zirkusluft schnuppern oder bei Aufführungen Teil der Vorstellung werden. Ebenso freiwillig ist es selbstverständlich, Anregungen der Zeitung zu folgen, sich zu beteiligen. Die kann und will niemanden nötigen, aktiv zu werden.


Aber häufig kommt was dabei raus. Stimmungsbilder oder Umfragen können interessante Ergebnisse liefern. Rezeptideen, Erinnerungen und immer wieder gern Fotos zu teilen, scheint beliebt zu sein. Kalkulierbar ist es aber nicht. Zu Tierheim und Tierschutzverein hatten wir mit zahllosen Leserbriefen gerechnet. Es kamen – keine. Ob Frühlingsfotos geschickt würden? Ein paar sicherlich, denkste: jede Menge und jede Menge sehr schöne.

Mitmachen muss man also mögen. So oder so: Wir werden immer mal wieder nach Reaktionen fragen und zum Mittun anregen. Der Spruch: „Die bringen das ja sowieso nicht“, stimmt jedenfalls nicht. Den schieben nur Leute vor, denen mitmachen zu viele Mühe und meckern mehr Freude macht.