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Wochenkolumne
Besser Eltern von Lösungen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mutter aller Probleme – was für ein Ausdruck. Nur „Mutter aller Schlachten“ klingt noch ein bisschen aufregender, bedeutender. Es soll jetzt hier keine Parallele zwischen dem irakischen Diktator Saddam Hussein, der den Schlachten-Spruch 1990 im Zusammenhang mit dem zweiten Golfkrieg um Kuwait geprägt hatte, und dem Erfinder der Probleme-Parole gezogen werden.

Horst Seehofer, Vorsitzender einer Regionalpartei im Süden, die aktuellen Prognosen nach gerade auf ein volles Drittel der Stimmen bei der kommenden Wahl hoffen darf, ist ja nur einer von vielen. „Mutter aller . . .“ ist ein geflügeltes Wort geworden. Gerne auch in parodistischer Form. Und vielleicht sollten wir das beim Vater aller Probleme der CSU und der großen Koalition in Berlin auch mit Humor nehmen. Könnten wir, wäre da nicht die Übereinstimmung mit den selbsterklärten Inhabern der Alternativen.


In unser Landesparlament wurden sie gewählt. Aber bisher ist noch nicht ein real bestehendes Problem von ihnen angegangen worden. Angeblich wollen sie sich 2019 im Saarland um Sitze in Räten und Kreistagen und sogar Bürgermeistersessel bewerben. Was das wohl gibt, wenn hier bei uns so abwegige Dinge wie große Sorgen um die Folgen eines Neubaus der Fraulauterner Brücke, Emissionen vom Hüttengelände oder der Öffentliche Personennahverkehr die Menschen bewegen?

Aber es stimmt zuversichtlich: Die Eltern nicht aller, aber wenigstens von ein paar Lösungen werden hoffentlich die Stimmen bekommen. Nicht diejenigen, die offensichtlich nur ein Problem kennen und keine Alternativen dazu begreifen, geschweige denn echte Probleme anpacken.