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Wie Struwwelpeter fühlt sich Moritz Scheidel Kolumne Lockdown-Tagebuch

Registrierungspflichtiger Inhalt: Kolumne Lock-Buch : Nur fast wie der Struwwelpeter

Mich umtreibt der Gedanke, dass mich Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen bald nur noch „Struwwelpeter“ rufen werden. Und die Angst ist ja auch durchaus begründet, sind seit gefühlt ewigen Zeiten doch wegen des harten Lockdowns die Friseursalons geschlossen.

Mindestens bis zum 10. Januar können die Haare dann also ungehindert sprießen und sprießen (gnade mir mein Umfeld, wenn der Lockdown verlängert wird). Die Folge: Aus einer gepflegten, wenn auch etwas lockigen Haarmatte wird mit der Zeit ein zerzaustes Dickicht. Man stelle sich mal vor, ein Greenkeeper pflegt und schneidet den Rasen eines Fußball-Profiklubs nicht mehr zurecht. Schnell würde daraus ein Acker werden.

Der Gedanke, dass meine Haare in alle Richtungen wachsen – ohne, dass ein Friseur die Schere anlegt und abschnippelt, was abgeschnippelt werden muss – treibt mir also verständlicherweise Schweißperlen auf die Stirn.

Was mich zumindest ein bisschen beruhigt? Dass das Fingernägel-Schneiden weiterhin erlaubt ist. Denn nach aktuellen Studien soll es kein Corona übertragen. So ganz wie der Hoffmann’sche Struwwelpeter werde ich also nicht aussehen.

An dieser Stelle beschreiben die Mitarbeiter der SZ-Redaktion während des Lockdowns im täglichen Wechsel ihre ganz persönlichen Erfahrungen, Eindrücke und Gedanken zu dieser Zeit.