| 20:38 Uhr

Wie spät ist es denn jetzt wirklich?
Wem die (Viertel-)Stunde schlägt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wie sagen Sie, wenn es beispielsweise 19.15 Uhr ist? Bei mir heißt das: Viertel nach sieben. Viertel nach sieben deshalb, weil es eine Viertelstunde nach sieben Uhr ist. Oder? Aber nicht bei allen. Kürzlich nach dem Sport sagt jemand, gefragt nach der Uhrzeit, es ist viertel acht.

He? Wie jetzt? Wie viel Uhr ist es? Viertel acht? „Genau.“ Ja, und was heißt das? „Ei Viertel nach sieben.“ Verstehe ich nicht. Viertel acht ist also viertel nach sieben. So weit, so gut. Man könnte also auch sagen: Fünfzehn Minuten sind seit sieben vergangen oder ein Viertel der achten Stunde ist bereits um. Muss man jetzt nicht wirklich verstehen. Aber wer es nicht kennt, wundert sich und muss überlegen. Und wenn es 16.45 Uhr ist, heißt es in manchen Gegenden (beispielsweise in Österreich) meist auch dreiviertel fünf (und nicht Viertel vor fünf, wie ich sagen würde). Bedeutet: drei Viertel der fünften Stunde sind voll. Alles klar? Eine weitere Variante gibt es in der der Schweiz. Da sagt man für 15.15 Uhr „Viertel ab drei“. Das „ab“ bedeutet „nach“. Also Viertel nach drei. Und damit nicht genug: Manch einer sagt für zwanzig nach acht auch zehn vor halb neun. Und für zwanzig vor neun gibt es auch die Variante zehn nach halb neun. Kommt also auf die Sichtweise des Betrachters an, ob man die angebrochene Stunde mit einbezieht oder die bevorstehende Stunde als Ausgangspunkt nimmt. Ich will ja den Bogen nicht überspannen, aber gibt es eigentlich auch Zwanzig Vier, wenn man 15.20 Uhr meint?