| 21:00 Uhr

Große Sorge wegen Hurrikan Irma
Weit weg und doch so nah

FOTO: Robby Lorenz
Dass Freud und Leid nahe beieinander liegen, diese Erfahrung hat sicher schon fast jeder gemacht. Von Astrid Dörr

Am Wochenende habe ich hautnah erlebt, was es bedeutet. In einer fröhlichen Runde nach einem siegreichen Tennismatch bricht eine Bekannte in Tränen aus. Starrt auf ihr Handy. Grund: Ihre Tochter macht gerade Urlaub in Kuba.



Ursprünglich sollte am Samstag der Heimflug sein, aber alle Flüge wurden wegen der aktuellen Wetterlage (Hurrikan) gestrichen. Dass allein war noch kein Grund zur Panik, aber als dann die Nachricht kam, dass alle das Hotel verlassen müssen, kam doch ein mulmiges Gefühl auf. Und die Nachricht an die Mutter, dass sie jetzt auf dem Weg in den Schutzkeller sei, mit was Kleinem zu essen und zwei Flaschen Wasser… Na ja, man kann sich denken, was einem da so alles durch den Kopf geht.

Unser Sieg und unsere Feierlaune gerieten in den Hintergrund, wir trösteten die Mutter, die noch die letzten Zeilen schrieb, bevor sie keinen Empfang mehr hatte, und wie sie sagte, sich verabschiedete. Hilflosigkeit machte sich breit. Zu Hause schaltete ich direkt den Fernseher an und verfolgte auf allen Kanälen, wo sich Monstersturm „Irma“ befand. Am nächsten Morgen ging der Blick direkt aufs Handy, was gibt es Neues? Tatsächlich eine neue Meldung, leider immer noch im Schutzkeller. Zwei Stunden später dann: Juchhu, die Tochter durfte nach 18 Stunden den kubanischen Schutzkeller verlassen, es gehe ihr gut und sie freue sich auf zu Hause. Es seien zwar große Schäden entstanden, aber niemand sei zu Schaden gekommen. Na, wenn das keine guten Nachrichten sind.