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Warum wird der Masken-Skandal der CDU so kleingeredet?

Affäre? Nein: Skandal! : Sprachlich aufrüsten

In der Kolumne Apropos stellt sich Mathias Winters die Frage Affäre oder doch eher Skandal?

Wir müssen sprachlich abrüsten: Häufig zu hören und wegen vieler Übertreibungen im Politikwettbewerbsbetrieb oft berechtigt. Und außerdem sollen wir als gute Christenmenschen friedliebend und -fertig sein. Abrüsten ist seliger als Waffen zu schmieden. Aber hier geht das nicht: Neben der Entrüstung über das sogar strafrechtlich bedeutsame Treiben einiger Christdemokraten, ist sprachliche Aufrüstung geboten. Kaum einer sagt es: „Masken-Skandal“. „-Affäre“ hat sich eingebürgert, nach dem Motto: Kann ja mal passieren.

Es hat damit zu tun, dass wir als Volk ein etwas zu nachsichtiger Arbeitgeber sind. Bitte nicht vergessen: Wir sind das für unsere Vertreter in Bundes- und Landtagen – Ar-beit-ge-ber. Aber wenn auch jeder Unternehmer in egal welcher Branche darauf besteht, dass seine Magd und sein Knecht Nebentätigkeiten anmelden müssen, lassen wir es gut sein. So ab sechsstellig pro Jahr wüssten wir es gern, aber weniger sind ja nur ein paar Erdnüsschen.

Für Abgeordnete hat zwingend zu gelten: Ab dem ersten Euro Nebenverdienst muss offengelegt werden. Punkt. Wer diese Ansage zu kriegerisch findet, hat eine ganze Salve von Schüssen nicht gehört.