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Wählen gehen ist ein Privileg, das wir mehr schätzen sollten.

Wochenkolumne von Mathias Winters : Das Recht, das Pflicht sein sollte

Oft beschrieen und beschrieben. „Super-Wahljahr“. Passt einigermaßen aus der Sicht bundesweiter Medien, die fünf, sechs, sieben Mal in einem Jahr den Aufwand haben, Urnengänge zu begleiten. Für Wahlberechtigte ist es dagegen meistens überschaubar.

Landtag und Bundestag, vielleicht noch Kommunal- oder Europawahl, aber oft mehrere an einem Termin.

Sowieso müssten wir ein sogenanntes Super-Wahljahr ja bejubeln: Wir dürfen wählen! Das ist ein Privileg, das wir mehr schätzen sollten. Eigentlich sollten es Menschen in der Demokratie als Pflicht verstehen, dass sie wählen gehen.

Im Landkreis Saarlouis dürfen die in Saarlouis und die in Rehlingen-Siersburg dieses Jahr zusätzlich zur wahrscheinlich spannenden Bundestagswahl Kreuzchen machen: In der Stadt über die Frage, ob das Industriegebiet Lisdorfer Berg erweitert werden darf. Und in der Gemeinde geht es um das Amt des Bürgermeisters (da es bislang noch keine Bewerberin gibt, darf hier die männliche Form genutzt werden). Stand heute sind zwei Kandidaten fix und damit keine Stichwahl zu erwarten. Ein dritter möchte mitmachen, muss aber 99 Unterschriften einwerben, weil er zu keiner Partei im Rat oder einem Parlament gehört. Eine Hürde, die coronahalber noch ein bisschen höher ist.

Ausdrücklich nicht als Absage an die Bewerber der Parteien zu verstehen, sondern einfach im Sinne der Demokratie: Ist in Ordnung, wenn er die Unterschriften bekommt, ist ja kein Super-Aufwand.