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Trostpflaster oder Geschenk
Überraschung gelungen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ein komisches Gefühl war es schon. Nach fast 40 Jahren an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren. Im zarten Alter von sieben fing ich an Tennis zu spielen, in den folgenden Jahren so erfolgreich, dass ich an der Sportschule in Saarbrücken am Verbandstraining teilnehmen durfte. Und nun fast 40 Jahre später betrete ich zum ersten Mal wieder die Tennishalle, um in meiner Altersklasse an den Saarlandmeisterschaften teilzunehmen. Und irgendwie verrückt: es hat sich nichts geändert. Der Eingang ist noch da, wo er war, die Umkleide ebenso und auch die Plätze, wenn man die Treppe nach oben geht.

Scheinbar bin ich nicht die einzige, die dem weißen Sport die Treue gehalten hat. Andere kennen mich direkt und umgekehrt genauso. Manch einer muss vielleicht zwei Mal schauen. Nicht, weil man sich verändert hat, sondern einfach, weil man älter geworden ist. Schön war es auf jeden Fall, auch wenn ich meinen Titel von damals nicht verteidigen konnte. Ich bin ja auch in einer höheren Altersklasse gestartet. Immerhin bekam ich sogar einen Preis. Keine Urkunde und kein Geschenk, ich habe keinen Podestplatz belegt. Aber wie meinte der Veranstalter: „Das kriegen Sie nicht aus Mitleid, sondern als kleines Trostpflaster.“ Für mich eine nette Überraschung, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Wer bekommt schon für eine Niederlage einen Preis?