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Wochenkolumne
In aller Öffentlichkeit – doch: das geht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Öffentlichkeit – das ist ein ganz weites Feld. Ihr Gegenteil ist einerseits das Private (auch wenn die so genannten sozialen Medien dafür benutzt werden, dieses allen zugänglich zu machen). Anders als öffentlich ist aber auch, was gesperrt ist – „Betreten verboten! Von Mathias Winters

Eltern haften für ihre Kinder“. Schließlich grenzt sich von der Öffentlichkeit ab, was unveröffentlicht bleibt, verheimlicht oder verschweigen wird.


Erinnern Sie sich an den eher glücklosen Vorgänger von Horst Seehofer, Thomas de Maizière? Der wollte ja mal lieber keine Öffentlichkeit, um diese zu schützen. „Alles was ich dazu sage, könnte sie verunsichern“: Geniale Methode, das Gegenteil von dem zu erreichen, was man vorhat. So geht es auch, wenn jemand sagt: Ich habe zwar keine Messwerte, aber sicher ist, dass nichts in der Luft ist, was gesundheitsschädlich sein könnte . . . Frag nach in Ludwigshafen, wo BASF-Nachbarn das alte Lied auswendig singen können.

Ein schönes Gegenbeispiel bot da in dieser Woche ein Nachmittag auf den Kleinen Markt in Saarlouis. Öffentliches als Thema unter freiem Himmel mit der Frage: „Wem gehört der öffentliche Raum?“ Offene Worte fielen da. Und eine 16-Jährige traute sich, offen vor den Augen und Ohren einer nicht kleinen Gruppe zu sprechen. Das gehört hier noch einmal öffentlich gelobt!