Nur nichts überstürzen

Noch nie war der Wille so groß wie in diesem Jahr, stimmt's? Wenn man es doch nur selbst in der Hand hätte… Dann würden längst die ersten Schichten Hüftgold auf der täglichen Laufstrecke liegen. Und die Flupperei? Qualm von gestern. So ziemlich das Letzte, was man sich vorstellen könnte, wäre ein tiefer Zug am Glimmstängel. Selbstverständlich wären auch die Knöpfe an der Fernbedienung längst mit Spinnweben überzogen, weil natürlich seit knapp einer Woche Bücher dem abendlichen TV-Wahnsinn den Garaus gemacht hätten. Wenn man es doch nur selbst in der Hand hätte… Aber was will man denn machen, bei dem Sauwetter? Joggen ist da wohl kaum drin. Also bleibt das Hüftgold vorerst an Ort und Stelle. Vielen Dank, Wetter. Für nix. Und wenn man nicht vor die Tür kann und einem die Decke auf den Kopp fällt, bringt es ja auch überhaupt nichts, von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören. Das raten ganz bestimmt auch Ärzte. Und mit dem Lesen ist es so 'ne Sache. Wenn man kein gutes Buch zur Hand hat, ist das ja auch nur so spannend wie ein Tatort aus Saarbrücken. Also muss die Glotze wohl oder übel doch herhalten. Schön gemütlich ist es ja schon bei dem Wetter: Füße hoch, Kiste an, Tüte Chips dazu und ab und an mal eine schmauchen. Man kann's ja nicht ändern. Und da die guten Vorsätze quasi über die Wupper sind und sich das Jahr nun auch schon wieder dem Ende zuneigt, lohnt es sich jetzt auch nicht mehr, das gesamte Leben auf den Kopf zu stellen. Aber 2016 kommt bestimmt. Und dann werden aber wirklich alle guten Vorsätze in die Tat umgesetzt. Wenn das Wetter mitspielt . . .