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Apropos
Bitte unbedingt nicht helfen!

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Zugegeben. Dieses alkohol­freie Weizenbier ist weder aus Funk und Fernsehen noch als regionale Marke das bekannteste. Gerade deshalb musst du aber in diesen Getränkemarkt kommen, um es zu kaufen. Der ist einer der größten, und die Marktmarke ist hier fast 100 Prozent der Bevölkerung ein Begriff.

Normal packst du den Kasten aufs Wägelchen, schiebst zur Kasse, bezahlst, lädst ein und fährst. Wenn aber eine Flasche fehlt, musst du in einen anderen Kasten greifen. Dabei fällt der Blick auf die Rückseite des Einzelgebindes. Dahin, wo das Mindest-Haltbarkeitsdatum steht. Bei Bier in der Regel mehrere Monate, Fachleute empfehlen aber möglichst frische Ware zu kaufen, weil Licht dem Hopfengetränk nicht immer gut tut.


„08.11.17“ steht da. 17 nicht 18, das zu schreiben, wir uns gerade gewöhnen. Etwa zwei Monate drüber, was nicht zu Vergiftungen führen dürfte. Aber eigentlich nicht im Sinne des Anbieters ist – denkst du dir und gibst an der Kasse Bescheid. „Nee, oder“, bemüht sich die Kassiererin schon mal überhaupt nicht um eine Kundenansprache, die den Namen verdient hätte. Ihr Telefonat mit dem Kollegen am Gabelstabler im Lager zieht sich gefühlte Minuten.

„Ähem, könnten Sie vielleicht erst mal abziehen, ich wollte eigentlich weiter“, traust du dich anzumerken. Sie tut es dann doch noch, so eine Art „Danke für den Hinweis“ schafft sie nicht. Du verstehst den Blick aber sofort: „Bitte unbedingt nicht helfen!“, sagt er.