Mathias Winters sinniert über das nächste Leben

Wochenkolumne : In meinem nächsten Leben

Kennen Sie das Gefühl, den Moment, zu denken oder sagen: „In meinem nächsten Leben . . .“? Nicht vollkommen ernsthaft, zumal nicht jeder, der zu dem Seufzer greift, wirklich von Seelenwanderung überzeugt wäre. Aber es kommt vor.

Fan des FC Bayern München zu sein, wäre so eine Idee. Da gewinnst du fast immer, und wenn eine Niederlage droht, bekommst du einen Elfmeter geschenkt. Aber wer will schon für schnöde Erfolgserlebnisse wahre Liebe verraten?

„In meinem nächsten Leben werde ich Saarbrücker“, kommt vielleicht  auch in den Sinn des gebürtigen oder zugereisten Saarländers ohne SB am Auto. Darfst dich als Hauptstädter fühlen, musst dich von denen in der Metropole nicht mehr als Hochwäldler oder Dorfbewohner (aus Merzig, Saarlouis oder ähnlichen Provinzplätzen) bemitleiden lassen. Aber willst du da wirklich leben? Dann also lieber: „werde ich Politiker“. Immer beim öffentlichen Auftritt begrüßt . . . Naja. Die da gerade wieder an der Reihe sind, finden es im aktuellen Wahlkampfstress wohl nicht ganz so prickelnd.

Im nächsten Leben reich, schön, viel stärker, allseits beliebt? Riesenseufzer: Muss wohl doch so weitergehen wie bisher.

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