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Mathias Winters schreibt zur Krankenhausschließung in Lebach

Wochenkolumne aus Saarlouis : Das darf doch nicht wahr sein

Schockierend. Das ist die einzig passende Beschreibung für die Nachricht von Freitagvormittag: Das Krankenhaus in Lebach wird geschlossen, schon zum 1. Juli. Das Saarland ist klein, und jeder kennt jeden.

Aber es darf daran gezweifelt werden, dass in diesem Land alle ein richtiges Bild von der Geografie des Gebildes zwischen Perl und Blieskastel und zwischen Nonnweiler und Großrosseln haben.

Man nehme eine Saarlandkarte und ein Blatt Papier. Dann decke man von Süden her bis gerade eben über Merzig und St. Wendel diese Karte ab. Was nördlich liegt, zeigt sich nach dieser schlichten Operation, wird künftig Niemandsland. Niemandsland, das aber blöderweise von Menschen bewohnt ist. Wir hier wissen das, auch wenn in Saarbrücken und an der Saarschiene viele oft den Eindruck erwecken, als hielten sie diesen Teil des Landes für wüst und öd.

„Hinter Dillingen hört das Saarland auf“ war bei vielen Gelegenheiten zum Beispiel im Westen zu hören. Dass in Saarbrücken gerade mal ein knappes Fünftel der Saarländer lebt, scheint sich in vielen Schwerpunktsetzungen nicht zu spiegeln. Damit können viele Menschen außerhalb der Landeshauptstadt passabel leben. Es gibt viele Dinge, die wir im Gegensatz zum Großstadt-Leben schätzen und lieben.

Jetzt allerdings geht es an die Substanz. Die Wege werden weiter zum nächsten Krankenhaus – das wird schwierig, wenn ohne eine Schnellstraßen-Infrastruktur ein so großes Gebiet keine Klinik vorweist. Gleichwertige Lebensverhältnisse für alle Menschen in Deutschland: Das gibt das Grundgesetz vor. Das muss dann auch für das nördliche Saarland gelten.