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Mathias Winters denkt über Lieferketten bis vor unsere Haustür nach

Wochenkolumne : Es sind immer auch Menschenketten

Diskussionsstoff der zurückliegenden Woche: Immer noch latenter Rassismus unter anderem bei Sicherheitskräften. Aber was ist eigentlich mit dem offenen, alltäglichen?

Wettbewerbsmäßig geht das gar nicht. So haben wir das im Radio gehört. Wenn die deutschen Unternehmen mit ihrer Selbstverpflichtung ernst machen würden, wären sie nicht mehr konkurrenzfähig. Wir können uns in Deutschland einfach nur Fleisch leisten, wenn Leute, die es zerlegen, in Rattenlöchern hausen müssen. Wir wären alle nackt, wenn wir nicht in Bangladesch nähen lassen würden – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Den Untergang haben Arbeits- und Entwicklungshilfe-Bundesminister heraufbeschworen. Und dann ist denen auch noch die Umweltministerin beigesprungen. Alle drei wollen jetzt unsere Wirtschaft lahm legen. Denn sie wollen was gegen Kinderarbeit, für Umweltschutz und gegen menschenunwürdige Lebensbedingungen von Lohnsklaven tun.

In dieser Woche ging es auch immer noch um latenten Rassismus bei uns. Wichtig. Aber darüber die Kolonialherren-Haltung, ja den offenen Rassismus vergessen? Oder was ist es anderes, wie wir ignorieren, wie viele Kinder, Frauen und Männer wir ausbeuten, wie viel Zerstörung von Lebensgrundlagen weltweit wir billigend in Kauf nehmen für unseren Wohlstand und unseren geilen Geiz. Sollen wir da nicht drüber reden?

„Lieferkettengesetz“ ist das Stichwort, unter dem das angesprochen wurde. Das ist gut und führt über unsere Warenkörbe bis vor und durch unsere Haustüren. Und auf einmal kommt uns in den Sinn, dass die Lieferketten immer irgendwie auch Menschenketten sind.