Kommentar: Geplanter Umbau der Kirche in Saarlouis Beaumarais

Experiment in Beaumarais : Damit die Kirche im Dorf bleibt

Wer sagt, der mögliche Einbau in die Kirche von Beaumarais sei gewöhnungsbedürftig, hat Recht. Er ist ein Fremdkörper, der die eindeutige Festlegung eines sakralen Raumes auf Liturgie, auf Gottesdienste, aufhebt.

Das würde für jede Art von Einbau gelten, gleich, wie gekonnt und elegant er ist. Und dass der vorgelegte Entwurf eine starke Leistung ist, haben die Besucher der Info-Stunde gespürt und in ihrem Applaus auch spüren lassen. Die Sache selbst? Ein weiterer – hier eigentlich zuerst ästhetischer – schmerzhafter Einschnitt ins katholische Leben. Aber was denn sonst, wenn man die Kirche im Dorf lassen, wenn man sie behalten will? Wenn das Leben draußen vor der Kirche bleibt – dann lässt man es eben wieder rein. Das kann der Umbau leisten. Und bleibt Leben im Gebäude, bleibt auch das Gebäude selbst. Wie hieß es sinngemäß im Roman „Der Leopard“ von Lampedusa? Damit alles bleiben kann, wie es ist, muss sich alles ändern.

Der behutsame Einbau nach einem überzeugenden Entwurf wäre allemal besser als das, was jetzt immer öfter geschieht: Kirchen schließen, verkaufen, abreißen.

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